Oberstdorf: Grenzenloses Herbstwandern

Der Herbst ist eine der beliebtesten und schönsten Jahreszeit zum Wandern in Oberstdorf – und das nicht nur aufgrund des farbenfrohen Naturschauspiels. Vielmehr lockt vor allem der traditionelle Viehscheid jedes Jahr tausende Gäste in die südlichste Gemeinde Deutschlands.

HerbstwandernNeben gelebter Tradition freuen sich Wanderer im Herbst vor allem auf insgesamt 200 km Wanderwegenetz, alpine Wege, drei Klettersteige, den berühmten Heilbronner Weg und nicht zuletzt das einmalige 400 Gipfel Panorama am Nebelhorn. Außerdem genießen die Gäste bei zahlreichen Oberstdorfer Gastgebern einen Vorteil: Bei Buchung der Übernachtung erhalten Sie den Bergbahnpass für die Zweiländerwanderregion Oberstdorf/Kleinwalsertal inklusive. Alle Auf- und Abfahrten an Fellhorn-Kanzelwand, Nebelhorn, Söllereck und Walmendingerhorn sind enthalten. Nach dem Erfolg im vergangen Jahr wird es auch in diesem Sommer die Pauschale „Bergbahnen inklusive – Grenzenlos Wandern“ für die Gäste geben. Das Bergbahnticket ist bei der Buchung einer Unterkunft in einem teilnehmenden Betrieb inklusive. Das bedeutet: Bergbahn fahren, sooft man will. „Alle Auf- und Abfahrten an Fellhorn-Kanzelwand, Nebelhorn, Söllereck und Walmendingerhorn sind inklusive“, erklärt Dr. Silvia Nolte, Tourismusdirektorin Oberstdorf. Von der gemütlichen Wanderung im Tal bis zu alpinen Touren oder Klettersteigen wird alles geboten. Dazu laden Restaurants, Hütten und Sonnenterassen auf den Bergen während eines Wandertages zum Erholen und Sonne tanken ein.
Zusätzlich können die Gäste mit sachkundigen Bergführern die Flora und Fauna der Oberstdorfer Bergwelt erkunden. Jeden Freitag im August und September finden naturkundliche Wanderungen im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen statt – Natur Erlebnis pur. Die dreistündige Wanderung startet an der Talstation der Nebelhornbahn am Rand von Oberstdorf. Mit ein wenig Glück begleiten Steinadler, Murmeltiere und Gämsen die Wanderer. Zusätzlich erfahren sie Wissenswertes über die Geologie, die Geschichte des Allgäus und die Entwicklung der Alpwirtschaft.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Tourismus Oberstdorf, Telefon 08322-700-127.

Der Oberstdorfer Viehscheid

Der Oberstdorfer Viehscheid ist eine der Veranstaltungen, wo Tradition und Brauchtum im Allgäu hautnah erlebt werden können. Am 13. September werden die bunt geschmückten Kühe von den Alpen wieder ins Tal getrieben und deren Ankunft mit einem großen Fest in Oberstdorf gefeiert.

Im Allgäu hat die Viehwirtschaft eine lange Tradition. Das charakteristische Allgäuer Braunvieh genießt den Sommer in den Bergen, wo es rund 100 Tage kräftiges Gras, Alpenkräuter und –blumen genießen kann. Ein Besuch auf einer der sieben Sennalpen ist bei Familien besonders beliebt: etwa auf den Alpen Oberau bei Spielmannsau oder Schrattenwang auf dem Söllereck. In der größten und höchstgelegenen Bergkäserei Deutschlands, der Alpe Schlappold auf dem Fellhorn, schauen Besucher sogar dem Senner beim Käsen zu.
Nach rund 100 Tagen auf der Alpe geht es für die Kühe wieder ins Tal. Der Höhepunkt des Alpabtriebs ist am 13. September (wenn dieser Tag ein Sonntag ist, am 12. September) der Viehscheid am Renksteg in Oberstdorf.
Am Tage des Viehscheides haben die Kranzbinderin ihren großen Einsatz und müssen pünktlich überall dort zur Stelle zu sein, wo sich Vieh und Hirten zum Einzug ins Tal vorbereiten.

ViehscheidDie Hirten wechseln hier ihre Kleidung und ziehen ihr gutes Gewand an, das meistens aus einer Lederhose mit bestickten Hosenträgern, einem weißem Hemd und einem blumengeschmückten Hut besteht. Währenddessen wird die »Schönheitskönigin « unter den Rindern mit einem üppigen Kopfputz »gekrönt«. Einige wenige Kranzbinderinnen stellen noch nach alter Sitte den Kopfschmuck her, mit dem das schönste Rind jeder Alpe beim Alpabtrieb geschmückt wird.
Etwa 25 bis 30 Kränze sind es in dem jedem Herbst, mit denen die Rinder und Kühe der Oberstdorfer Alpen gekrönt werden. Stundenlange Vorbereitungen gehen der eigentlichen Arbeit am Kranz voraus, für dessen Vollendung noch einmal vier Stunden gebraucht werden.

Es werden tausende von getrockneten Naturblumen und künstlichen Alpenblumen auf einem Drahtgestell zu einem farbenprächtigen Gebilde zusammen gebunden. Die eingearbeiteten Spiegel sollen beim Alpabtrieb die bösen Geister am Wegesrand bannen. Nur wenn während des Sommers der Viehbestand einer Alpe von Krankheit, Absturz oder einem anderen Unglück verschont blieb, darf vom Oberhirten die so geschmückte Kranzkuh zum Scheidplatz geführt werden.
Am Scheidplatz durchläuft jede Herde einen Verschlag, in dem sie »geschieden«, also getrennt wird, und an dessen Ende die Tiere einzeln beim Hirten ankommen. Laut ruft dieser den Namen des Besitzers, der schon bereitsteht, um sein Vieh in Empfang zu nehmen.

In langen Reihen werden die Kälber, Einjährigen und Rinder am Scheidhag angebunden und warten dort geduldig, bis es heimgeht in den eigenen Stall. Für den Bauern ist es natürlich ein Grund zur Freude, wenn die Tiere gesund heimkehren. Dazu steht das Festzelt bereit, wo man sich die Maß Bier und die »Scheidwürste« bei zünftiger Musik schmecken lässt.

Tourismus Oberstdorf
Miriam Frietsch
Prinzregenten-Platz 1
87561 Oberstdorf
Tel: +49 (0)8322 / 700-228
Fax: +49 (0)8322 / 700-274,
Info: www.oberstdorf.de

Blaichach

Die Daten von Blaichach:
Bundesland: Bayern
Höhe: 737m ü. NN
Fläche: 50,19km²
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Postleitzahl: 87544
Vorwahl: 08321, 08323
Kfz-Kennzeichen: OA
Internetseite: www.blaichach.de

Blaichach liegt nahe des herrlichen, ruhig gelegenen Gunzesrieder Hochtales. Übrigens kann man am frühen Morgen in der Sennerei Gunzesried und in der Alpe Oberberg (nur im Sommer!) bei der Herstellung von Käse zusehen. Blaichach und die nahe gelegenen Orte Ofterschwang und Bolsterlang sind als Ferien- und Wintersportorte beliebt. In Gunzesried findet im Juli die ‘Bergkirbe‘ und im September die große Viehscheid statt. Am Martinstag gibt es in Blaichach einen sehenswerten Umzug mit Pferdesegnung. Empfehlenswert für Bergwanderungen und Skitouren ist die ‘Hörnertour‘, die über das Ofterschwanger, Sigiswanger und Rangiswanger Horn nach Bolsterlang führt. Die Martinskirche in Blaichach ist ein interessanter neuromantischer Bau von 1903/04.

Nesselwang

Die Daten von Nesselwang:
Bundesland: Bayern
Höhe: 867m ü. NN
Fläche: 29,53km²
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Postleitzahl: 87484
Vorwahl: 08361
Kfz-Kennzeichen: OAL
Internetseite: www.nesselwang.de

Der 850 m hoch gelegene Luftkurort und Wintersportplatz Nesselwang ist ein sehr beliebtes Ferienziel. Glücklicherweise ist durch den Bau der Autobahn A 7 die Verkehrsbelastung erheblich zurückgegangen. Der Ort gehörte seit 1344 zum Hochstift Augsburg, und besitzt seit 1429 Marktrecht. Später gab es noch eine Salzniederlage. 1635 brannte Nesselwang ab. Die nahe gelegene Nesselburg, deren Herren 1302 erstmalig erwähnt wurden, wurde während der Bauernkriege zerstört und nicht mehr wieder aufgebaut. Die Pfarrkirche St. Andreas, ein imposanter neubarocker Bau (1904-1906) ist sehenswert. Der Kirchturm stammt übrigens vom Vorgängerbau aus dem Jahr 1748. Nördlich von Nesselwang liegt die barocke Kirche Maria Trost, auf dem 1123 m hohen Wanker, ein berühmter Wallfahrtsort. Sie wurde ursprünglich um 1660 als Kapelle konzipiert und ist Chor der heutigen Kirche. Letztere wurde bis 1725 in ihrem jetzigen Umfang errichtet. Interessant ist der Ursprung der Wallfahrt. Das Original des Muttergottesbildes, dessen Kopie sich in der Wallfahrtskirche befindet, wurde 1633 nach einem Brand im niederbayerischen Regen gefunden und nach Nesselwang gebracht. Dort bewahrte man es in einer Holzkapelle auf. Es entwickelte sich zum beliebten Wallfahrtsziel. 1732 brachte man das Bild schließlich in die Kirche Maria Plain in Salzburg. Nesselwang ist übrigens auch ein berühmter Viehscheid-Ort. Vielerlei Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten werden geboten. Das Wandergebiet an der Alpspitze und am Edelsberg (beide knapp über 1600 m hoch) ist recht beliebt. Bademöglichkeiten gibt es am Kögelweiher, Attlesee und Alpspitz-Bade-Center. Ach ja, aus Nesselwang stammt übrigens Franz Keller, Olympiasieger in der Nordischen Kombination von 1968 in Grenoble.