Erstellt am 14.03.2009 09:04 Uhr in Städte mit keinem Kommentar
Schlagworte 30jährige Krieg, Äbte, Arkaden, barock, Bauernkriege, Bauernland, Benediktinerklosterkirche, Fresken, Frömmigkeit, Gotteshaus, Heiligen Dreifaltigkeit, hügelig, Kaisersaal, Kaufbeuren, Kirche, Kloster, Kloster Reichenau, Klosterleben, Kneippkurort, König Ludwig, Langhaus, Memmingen, Mönche, Orgel- und Kammerkonzerte, Orgeln, Ottobeuren, Reformation, Säkularisation, St. Gallen, Stuckwerk, Türme
| Die Daten von Ottobeuren: |
| Bundesland: |
Bayern |
| Höhe: |
660m ü. NN |
| Fläche: |
55,85km² |
| Regierungsbezirk: |
Schwaben |
| Landkreis: |
Unterallgäu |
| Postleitzahl: |
87724 |
| Vorwahl: |
08332 |
| Kfz-Kennzeichen: |
MN |
| Internetseite: |
www.ottobeuren.de |
Der Kneippkurort Ottobeuren kann es wohl kaum verleugnen, daß er sich in engem Kontakt mit dem imposanten Kloster, dessen Äbten und Mönchen entwickelt hat. Diese ungeheure üppige barocke Pracht zum Lob des Herrn in der Benediktinerklosterkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit in Ottobeuren, zeugt von der tiefen Frömmigkeit der Bewohner dieses hügeligen Bauernlandes zwischen Memmingen und Kaufbeuren. Allein der Fakt, daß in diesem Gotteshaus drei Orgeln stehen, läßt die gewaltigen Dimensionen des Innenraumes erahnen. Über 1 200 Jahre steht das Benediktinerkloster bereits, genauer gesagt, es wurde im Jahre 764 gegründet. Die ersten Mönche kamen wohl vom Kloster Reichenau oder auch aus St. Gallen. Ab dem 11. Jahrhundert begann die erste große Blütezeit des Klosters, obwohl im Laufe der folgenden Jahrhunderte mehrer Feuer die Bauten einäscherten. Die Reformation, die Bauernkriege und der 30jährige Krieg brachten schwere Bedrohungen mit sich. Erst Ende des 18. Jahrhunderts setzte eine neue Blüztzeit ein. Die heute noch existierende, gewaltige schloßähnliche Anlage wurde 1766 fertiggestellt. Die beiden Türme sind 82 Meter hoch, die Kirche ist knapp 90 Meter lang. Das gewaltige Langhaus besitzt mit üppigem Stuckwerk versehene hochaufsteigende Arkaden, die Deckengewölbe sind mit farbenprächtigen Fresken ausgestattet. 1802 schien des Ende des Klosters gekommen zu sein: Während der Säkularisation wurde es aufgelöst. Doch bereits 1834 ließ König Ludwig (!) das Klosterleben wieder neu erwachen. Hinzu kommen heute die bekannten Orgel- und Kammerkonzerte in Kirche und Kaisersaal.
Erstellt am 25.02.2009 10:13 Uhr in Städte mit keinem Kommentar
Schlagworte 1. Welkrieg, Adler, Allgäu, Bulgariens, Chronist, deutsch-türkische Waffenbrüderschaft, deutschen Admiral, deutschen Offiziere, Deutschen Reich, Einwohner, Eugen Guggemoos, Fünfknopfturm, Goeben, Höhenrücken, Holzsäulen, Holzschild, Irak, Jörg Lederer, Kaufbeuren, Kriegsführsorge, Kriegshilfe, Mittelmächte, Nageleinrichungen, Österreich, Panzerkreuzer, Peter M. Roese, Schlachtschiff, St. Blasius Kapelle, Stadtmauer, Türkei, türkische Einheiten, türkische Flotte, Türme, Ungarns, Wahrzeichen, Yawus Selim
Das hervorstechende Wahrzeichen Kaufbeurens ist zweifelsohne der 1420 aus Ziegelsteinen errichtete Fünfknopfturm, der über der Stadt auf einem Höhenrücken steht. Seinen Namen erhielt er von den Knöpfen welche die Spitzen der fünf Türme krönen. Dort kann man auch noch ein ganzes Stück der imposanten Stadtmauer sehen, die sich bis zur alten St. Blasius Kapelle (mit dem berühmten Altar von Jörg Lederer, 1518) hinzieht. Auf der Ostseite des Turmes befindet sich ein riesiges, bemaltes Holzschild, das einen Adler zeigt, der auf den Wappen der Türkei, Bulgariens und Österreich-Ungarns thront, die zusammen mit dem Deutschen Reich im 1. Welkrieg die Mittelmächte bildeten. In dieses Holzschild begann man am 6 Mai 1917 die ersten Nägel einzuschlagen. Jedermann konnte diese kaufen, der Erlös ging an die Kriegshilfe und die Kriegsführsorge. Schließlich kam man, wie der Chronist Eugen Guggemoos berichtet, auf 5 387 Nägel, inklusive der 165 großen Nägel. Letztere symbolisieren die bis 1917 im Krieg gefallenen Soldaten aus Kaufbeuren. Rechnet man damals mit etwa 9 000 Einwohnern, rund die Hälte davon männlichen Geschlechts, waren davon etwa 3,6% an Gefallenen zu beklagen! Solche “Nageleinrichungen” gab es übrigens in vielen deutschen Städten, wobei es sich oft um Holzsäulen handelte.
Noch kurz zur Türkei … wer weiß heute übrigens noch, daß die türkische Flotte im 1. Weltkrieg von einem deutschen Admiral, von Bord des Schlachtschiffes “Yawus Selim” (Ex-Panzerkreuzer “Goeben”) aus, befehligt wurde? Wer kennt die Namen der deutschen Offiziere die türkische Einheiten führten (übrigens auch im heutigen Irak!)? Ja, es gab einmal eine deutsch-türkische Waffenbrüderschaft. Das ist Geschichte zum anfassen!
Author: Peter M. Roese
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