Kaufbeuren

Die Daten von Kaufbeuren:
Bundesland: Bayern
Höhe: 681–860 m ü. NN
Fläche: 40 km²
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Postleitzahl: 87600
Vorwahl: 08341
Kfz-Kennzeichen: KF
Internetseite: www.kaufbeuren.de

Erstmals urkundlich erwähnt wird Kaufbeuren (”Buron“) im Jahr 1116. Es wird jedoch vermutet, daß an der strategisch wichtigen Stelle, an einem Wertachübergang, schon im 8. Jahrhundert ein Königshof stand. 1191 geriet Kaufbeuren unter die Herrschaft der Staufer, die jedoch nicht lange anhielt, für die Siedlung aber zum Meilenstein wurde, denn sie erhielt das Stadtrecht. Im Gegensatz zu vielen anderen mittelalterlichen Gemeinwesen entstand eine wohlgeplante Stadt, was sich schon aus der Anlage der heutigen Kaiser-Max-Straße und der Ludwigstraße erkennen läßt. Diese beiden parallel liegenden Straßen bilden den Kern der Stadt. Mit der Verleihung der Stadtrechte gingen wichtige wirtschaftliche, rechtliche Freiheiten und Privilegien einher. Die Kaufbeurer durften sich sogar durch eine Stadtmauer schützen, deren eindrucksvolle Reste noch oben am Fünfknopfturm zu sehen sind. Die rührigen Kaufleute begannen mit dem lukrativen Fernhandel, wodurch Geld in die Stadt kam. Das ermöglichte den Bürgern schon bald soziale Einrichtungen zu gründen. Als Konradin, der letzte Staufer starb, gelangte die Stadt 1268 an das Reich. Seitdem befindet sich der Reichsadler im Stadtwappen. Das Bürgertum erstarkte und schließlich verlor der vom Reich eingesetzte Ammann sein Amt. Die Bürger hatten die Selbstverwaltung gewonnen.

Author: Peter M. Roese

Lesen Sie mehr über:

Der Fünfknopfturm in Kaufbeuren

Das hervorstechende Wahrzeichen Kaufbeurens ist zweifelsohne der 1420 aus Ziegelsteinen errichtete Fünfknopfturm, der über der Stadt auf einem Höhenrücken steht. Seinen Namen erhielt er von den Knöpfen welche die Spitzen der fünf Türme krönen. Dort kann man auch noch ein ganzes Stück der imposanten Stadtmauer sehen, die sich bis zur alten St. Blasius Kapelle (mit dem berühmten Altar von Jörg Lederer, 1518) hinzieht. Auf der Ostseite des Turmes befindet sich ein riesiges, bemaltes Holzschild, das einen Adler zeigt, der auf den Wappen der Türkei, Bulgariens und Österreich-Ungarns thront, die zusammen mit dem Deutschen Reich im 1. Welkrieg die Mittelmächte bildeten. In dieses Holzschild begann man am 6 Mai 1917 die ersten Nägel einzuschlagen. Jedermann konnte diese kaufen, der Erlös ging an die Kriegshilfe und die Kriegsführsorge. Schließlich kam man, wie der Chronist Eugen Guggemoos berichtet, auf 5 387 Nägel, inklusive der 165 großen Nägel. Letztere symbolisieren die bis 1917 im Krieg gefallenen Soldaten aus Kaufbeuren. Rechnet man damals mit etwa 9 000 Einwohnern, rund die Hälte davon männlichen Geschlechts, waren davon etwa 3,6% an Gefallenen zu beklagen! Solche “Nageleinrichungen” gab es übrigens in vielen deutschen Städten, wobei es sich oft um Holzsäulen handelte.

Noch kurz zur Türkei … wer weiß heute übrigens noch, daß die türkische Flotte im 1. Weltkrieg von einem deutschen Admiral, von Bord des SchlachtschiffesYawus Selim” (Ex-Panzerkreuzer “Goeben”) aus, befehligt wurde? Wer kennt die Namen der deutschen Offiziere die türkische Einheiten führten (übrigens auch im heutigen Irak!)? Ja, es gab einmal eine deutsch-türkische Waffenbrüderschaft. Das ist Geschichte zum anfassen!

Author: Peter M. Roese

Lesen Sie mehr über: