Erstellt am 30.03.2009 17:25 Uhr in Bücher mit keinem Kommentar
Schlagworte Allgäu, Frankenried, Indianer, Krautkrapfen, Kreuzgeigele, Oneida Joe, Peter M. Roese, Schupfnudeln, Schwanen, Schwanenwirt, Sechsundsechzig, Wirt
Die Story von dem Indianer im Allgäu (historisches Manuskript, 1. Viertel 19. Jahrhundert), V. Teil
Noch einmal ganz kurz: Nach seinen erfolgreichen Thrillern “Nigeria Connection” und “AFN Tehran” (www.rhombos.de Nigeria Connection / AFN Tehran), die, wie gesagt, auch einiges über Kaufbeuren, Oberbeuren, Neugablonz, den Bärensee, den Kuhstallweiher etc. enthalten, konzentriert sich der Autor nun auf das Manuskript für einen historischen Roman.
Knüpfen wir an die im vorangegangenen IV. Teil stattfindenden Ereignisse im “Schwanen” an. Oneida Joe soll endlich einen Bericht über sein Volk im fernen Amerika ablegen. Bevor er jedoch damit anfängt wollen er und Max erst einmal ihren Hunger stillen …
Als ob die Wirtin auf dieses Stichwort gewartet hätte stellt sie den beiden je einen Teller mit Schupfnudeln hin. Die knusprig angebratenen länglichen Schupfnudeln liegen oben auf dem mit gebrannten Zwiebeln übergossenen Kraut, aus dem Speckstückchen ragen. So lecker wie es aussieht und duftet schmeckt es auch.
“Ich erzähle nur etwas von mir und meinen Leuten, wenn wir dabei Sechsundsechzig oder Kreuzgeigele spielen”, verkündet Joe, nachdem er die Mahlzeit beendet hat. Noch während er das sagt holt er ein Kartenspiel heraus.
Die Ankündigung verursacht ein großes Hallo, alle sind einverstanden und es geht hoch her, vor allem nachdem Joe wieder seine überragende Meisterschaft beim Kartenspielen zeigt, und großzügig das gewonnene Bier an die Anwesenden verteilt. Auch Max zeigt sich spendabel und läßt etwas springen, denn die Bauern hier sehen wahrhaftig nicht so aus, als ob sie mit Reichtum gesegnet wären. Es wird jedenfalls ein lustiger Abend. Ziemlich angesäuselt begeben sich Joe und Max zu Bett, wobei sie sich zur Belustigung des Wirtes gegeseitig die Stiege hinaufhelfen.
Anderntags nach dem Frühstück können sie während des Rittes nach Kaufbeuren die Köpfe auslüften.
“Ich habe einiges herausgefunden”, empfängt sie Gaibler mit zufriedener Miene. Er liest von einem Zettel ab: “Also, die Sophie war tatsächlich nicht in Amerika. Vielmehr stammen die Informationen von Fritz, dem Sohn von Sophies Schwiegertochter Elsy L’ Espinasse-La Roche. Der Fritz ist in Amerika herumgereist.” Dann hält er einen langen Vortrag über die Werke der Dichterin.
Die Köpfe vollgestopft mit Informationen kehren die beiden Freunde nach Frankenried zurück. Diesmal gibt es kein Kartenspiel und sonstige Kurzweil. Nachdem sie ein paar Krautkrapfen verdrückt haben gehen sie früh zu Bett. Noch vor Morgengrauen begleichen sie die Rechnung. Anschließend verabschieden sie sich vom Schwanenwirt und reiten in der Dämmerung davon.
Soweit die Geschichte vom Aufenhalt der beiden Protagonisten in Frankenried und Kaufbeuren … Fotos von Kaufbeuren siehe Rainy Roese …
(Fortsetzung folgt, d.h. falls die Resonanz der Leser entsprechend ausfällt …)
Erstellt am 24.03.2009 10:23 Uhr in Bücher mit keinem Kommentar
Schlagworte Allgäu, Frankenried, Fünfknopfturm, Indianer, Kaufbeuren, Oneida Joe, Peter M. Roese, Pfarrgasse, Schlosserhalde, Schwanen, Stadtpfarrkirche St. Martin
Die Story von dem Indianer im Allgäu (historisches Manuskript, 1. Viertel 19. Jahrhundert), IV. Teil
Wie bereits erwähnt wendet sich Peter M. Roese nach seinen erfolgreichen Thrillern “Nigeria Connection” und “AFN Tehran” (www.rhombos.de Nigeria Connection / AFN Tehran), die einiges über Kaufbeuren, Oberbeuren, Neugablonz und das Allgäu enthalten, einem historischen Roman zu. Er ist natürlich weiterhin gespannt auf die Resonanz der Leser, die sich den folgenden Beitrag (und die Fortsetzungen) ansehen.
Oneida Joe möchte unbedingt herausfinden ob die aus Kaufbeuren stammende Schriftstellerin Sophie von La Roche tatsächlich in den USA am See Oneida war. Sie hat ja schließlich den Roman “Erscheinungen am See Oneida” (1798) geschrieben. Also reiten er und Max nach einem deftigen Frühstück im “Schwanen” das kurze Stück von Frankenried nach Kaufbeuren.
Sie biegen in die Schlosserhalde ein und stoßen auf die Pfarrgasse, die im Schatten der Stadtpfarrkirche St. Martin liegt. Das gesuchte Haus ist schnell gefunden, und der Maler Gaibler scheint sich über die Abwechslung die der Besuch mit sich bringt zu freuen. Bei einem Gläschen Wein entwickelt sich eine rege Unterhaltung. Das Glück ist den beiden Besuchern hold, denn ihr Gastgeber weiß tatsächlich einiges über die Schriftstellerin.
“Ja, die Sophie ist 1730 hier in der Stadt geboren”, berichtet der Künstler, nachdem man zuerst über alles Mögliche diskutiert hat. “Ihr Vater war der bekannte Stadtphysikus Georg Friedrich Gutermann. Die Schriftstellerin verstarb bereits 1807 in der Nähe von Offenbach. Also in Amerika war sie nicht, soviel ich weiß. Ich werde mich aber erkundigen. Wenn Ihr morgen wieder vorbeikommt, weiß ich sicher mehr.” Er hält einen Moment inne und sagt verschmitzt lächelnd: “Wer hätte das gedacht, jetzt haben wir schon zwei berühmte Frauen aus Kaufbeuren: Die hochverehrte Klosterfrau Crescentia Höß und die Sophie.”
Anschließend durchstreifen die beiden jungen Männer die Stadt zu Fuß und wandern hinauf zum Fünfknopfturm an der Stadtmauer. Mit der schönen Aussicht wird es leider nichts, denn es hat sich erneut zugezogen. Unverrichteter Dinge steigen sie wieder hinab, holen ihre Pferde und reiten zurück nach Frankenried. Beim “Schwanen” angekommen staunen sie nicht schlecht, denn die Wirtsstube ist berstend voll. Schwaden von Tabakqualm sammeln sich unter der niedrigen Decke.
“Da staunt’s, hä”, empfängt der Wirt seine Gäste, “aber es hotsich rumgschprocha, daß a Indianr hier isch. Den wollen d’Leut sehn.” Er fügt in andächtigem Ton hinzu: “Des is scho ebbs bsünders.”
So, das wäre es im Moment … Fotos von Kaufbeuren siehe Rainy Roese …
(Fortsetzung folgt …)