Oberstaufen

Die Daten von Oberstaufen:
Bundesland: Bayern
Höhe: 791m ü. NN
Fläche: 125,84km²
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Postleitzahl: 87534
Vorwahl: 08386
Kfz-Kennzeichen: OA
Internetseite: www.oberstaufen.de

Die Metamorphose, die aus dem Jahr 868 erstmals genannten schlichten Dorf ein Bad mit hunderten von gastronomischen Betrieben machte, ist sicher nicht nach jedermanns Geschmack. Ist es da ein Wunder, daß kaum noch dörfliche Relikte zu finden sind? Oberstaufen erhielt 1453 Marktrecht, war bis 1564 im Besitz der Grafen von Montfort, anschließend der von Königsegg. Im Jahre 1804 kam Oberstaufen zu Österreich, 1806 zu Bayern. Die im neugotischen Stil erbaute Stadtkirche St. Peter und Paul, die 1858-1862 errichtet wurde, besitzt eine beeindruckende Kreuzigungsgruppe aus der Frührenaissance. Die Kirche St. Bartolomäus in Zell und die spätgotische Johanniskirche in Thalkirchdorf sind ebenfalls sehenswert. Es gibt auch ein Heimatmuseum (’Beim Strumpfar‘) und ein Bauernhausmuseum. Das Anwendungsangebot des Kurortes umfaßt Kneipp-, Schroth- und andere Kuren. Hinzu kommen Fitnessprogramme, die ärztlich überwacht werden. Außerdem ist Oberstaufen auch noch ein bedeutender Wintersportort.

Der Fünfknopfturm in Kaufbeuren

Das hervorstechende Wahrzeichen Kaufbeurens ist zweifelsohne der 1420 aus Ziegelsteinen errichtete Fünfknopfturm, der über der Stadt auf einem Höhenrücken steht. Seinen Namen erhielt er von den Knöpfen welche die Spitzen der fünf Türme krönen. Dort kann man auch noch ein ganzes Stück der imposanten Stadtmauer sehen, die sich bis zur alten St. Blasius Kapelle (mit dem berühmten Altar von Jörg Lederer, 1518) hinzieht. Auf der Ostseite des Turmes befindet sich ein riesiges, bemaltes Holzschild, das einen Adler zeigt, der auf den Wappen der Türkei, Bulgariens und Österreich-Ungarns thront, die zusammen mit dem Deutschen Reich im 1. Welkrieg die Mittelmächte bildeten. In dieses Holzschild begann man am 6 Mai 1917 die ersten Nägel einzuschlagen. Jedermann konnte diese kaufen, der Erlös ging an die Kriegshilfe und die Kriegsführsorge. Schließlich kam man, wie der Chronist Eugen Guggemoos berichtet, auf 5 387 Nägel, inklusive der 165 großen Nägel. Letztere symbolisieren die bis 1917 im Krieg gefallenen Soldaten aus Kaufbeuren. Rechnet man damals mit etwa 9 000 Einwohnern, rund die Hälte davon männlichen Geschlechts, waren davon etwa 3,6% an Gefallenen zu beklagen! Solche “Nageleinrichungen” gab es übrigens in vielen deutschen Städten, wobei es sich oft um Holzsäulen handelte.

Noch kurz zur Türkei … wer weiß heute übrigens noch, daß die türkische Flotte im 1. Weltkrieg von einem deutschen Admiral, von Bord des SchlachtschiffesYawus Selim” (Ex-Panzerkreuzer “Goeben”) aus, befehligt wurde? Wer kennt die Namen der deutschen Offiziere die türkische Einheiten führten (übrigens auch im heutigen Irak!)? Ja, es gab einmal eine deutsch-türkische Waffenbrüderschaft. Das ist Geschichte zum anfassen!

Author: Peter M. Roese

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