Grünes Licht für zwei neue Projekte im Oberallgäu

Entscheidungsgremium der LAG Regionalentwicklung Oberallgäu gibt grünes Licht für zwei neue Projekte

Das Entscheidungsgremium der LEADER Aktionsgruppe (LAG) Regionalentwicklung Oberallgäu e.V. hat zwei weitere Projekte für die Förderung über das LEADER-Programm der Europäischen Union empfohlen. In der aktuellen Förderperiode 2007-13 ist bislang ein Fördervolumen in Höhe von rund 1 Mio. Euro für insgesamt 20 Projekte – darunter 11 gebietsübergreifende Kooperationsprojekte – bewilligt worden.
Das Projekt Naturerlebniszentrum Allgäuer Alpen (NEZ) präsentierten Projektleiter Siegfried Zengerle von der Stadt Immenstadt und Ideengeberin Julia Wehnert vom Bund Naturschutz. Das Vorhaben war bereits beim Ideenwettbewerb Regionalentwicklung „Neue Ideen für’s Allgäu 2006/07“ ausgezeichnet worden und ist als eines der Hauptprojekte im Regionalen Entwicklungskonzept (REK) für das Oberallgäu enthalten. Das Naturerlebniszentrum soll im geplanten AlpSeeHaus in Bühl am Alpsee angesiedelt werden und ist als Umweltbildungseinrichtung konzipiert. Entsprechende Umweltbildungs-Angebote sollen gebündelt bzw. in einem Aktionsraum oder einer Naturwerkstatt vom NEZ selbst angeboten werden. Die Kosten sind mit rund 280.000 € für den Aufbau und Betrieb des NEZ in den ersten drei Jahren veranschlagt, dafür sollen 140.000 Euro an Fördermitteln beantragt werden.
Der Aufbau des Projektes LandZunge, das sich der Verwendung von regionalen Produkten in der Gastronomie verschrieben hat, war bereits in der vorherigen Förderphase über das LEADER-Programm gefördert worden. Rund 80 Gasthöfe aus Oberschwaben und dem Bayerischen sowie Württembergischen Allgäu gehören dem Netzwerk inzwischen an. Josef Ellgass, selbst Wirt und einer der Geschäftsführer der LandZunge GbR, beschrieb eine Qualitätssicherung auf Seiten der Gastronomie als die nun vorrangige Herausforderung. Drei Bausteine sollen dazu beitragen: Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen für LandZunge-Gastronomen und –Mitarbeiter, ein LandZunge Handbuch und ein „LandZunge-Schrank“ mit regionalen Produkten für die Gastronomie-Betriebe. Insgesamt wird die Umsetzung dieses Kooperationsprojektes 40.400 € in Anspruch nehmen, rund 22.000 € sollen über Fördergelder aus PLENUM (einem Landesprogramm aus Baden-Württemberg) und LEADER bereitgestellt werden
Das Gremium befürwortete die beiden Projekte jeweils einstimmig.
Über zwei weitere Vorhaben berichtete Geschäftsführerin Dr. Sabine Weizenegger: Der „Flussraum Iller“ soll durch diverse Aktivitäten in Wert gesetzt werden, aus dem Ostallgäu kommt eine Initiative für ein Projekt „Wertach erleben“. Beide Vorhaben sind derzeit noch in der Entwicklungsphase, so dass es sich um eine Information des Gremiums handelte und kein Beschluss anstand. Bgm. Heribert Kammel, 1. Vorsitzender der LAG, legt Wert darauf, dass in der Regionalentwicklung „nicht nur Fördermittel verteilt, sondern aktiv und kreativ Projekte gestaltet und initiiert werden.“ In der Konzeptionsphase können Anregungen und Ideen noch aufgegriffen werden und sind willkommen.
Die Sitzung fand im Bergbauernmuseum in Immenstadt-Diepolz statt, wo die Mitglieder des Gremiums vorab das im Bergbauernmuseum angesiedelte Projekt „Zeitreise“ besucht hatten, das ebenfalls mit Fördermitteln aus dem LEADER-Programm unterstützt worden war. Bei der „Zeitreise“ erfahren Besucher des Museums, wie Bergbauern vor hundert Jahren lebten.

Erläuterungen:
Zentrales Prinzip des LEADER-Programmes der Europäischen Union ist der so genannte „bottom-up“ Ansatz. Damit ist gemeint, dass Entwicklungsmaßahmen in einer Region nicht aus Berlin oder Brüssel vorgegeben werden. Stattdessen werden Entscheidungen direkt vor Ort getroffen, denn hier kennt man Probleme und Potentiale der Region besser. Dieses Prinzip wird u.a. in den Entscheidungsgremien der LEADER-Aktionsgruppen verfolgt, in denen laut EU-Vorgaben nicht nur politische Vertreter, sondern auch so genannte Wirtschafts- und Sozialpartner (also Vertreter aus Vereinen und Verbänden oder Privatpersonen) vertreten sind.

Altusried, 10.06.2010
Dr. Sabine Weizenegger

Regionalentwicklung Oberallgäu e.V.
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