Leutkirch

Die Daten von Leutkirch:
Bundesland: Baden-Württemberg
Höhe: 654m ü. NN
Fläche: 174,95km²
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Ravensburg
Postleitzahl: 88299
Vorwahl: 07561
Kfz-Kennzeichen: RV (früher WG)
Internetseite: www.leutkirch.de

Mit dem Namen Leutkirch verbindet sich eine erstaunliche Geschichte:

Bereits im Jahre 766 wurde Liutchirichun, die Kirche der ‘Freien auf der Leutkircher Heide‘ erwähnt. Diese Leute nahmen eine Sonderstellung unter der mittelalterlichen Bevölkerung ein. Sie waren nämlich von Leib- Grundherrschaft frei, hatten ihre eigene Gerichtsbarkeit, legten selbst Steuern fest usw. Freie Reichsstadt wurde Leutkirch 1293. Die Kirche St. Martin, ursprünglich romanisch, wurde im gotischen Stil umgewandelt. Die alte Reichsstadt hat viel von ihrem ursprünglichen Flair erhalten können, denn zahleiche Gebäude vom 15. bis ins 18. Jahrh. stehen noch. Zu nennen wären die Dreifaltigkeitskirche (1615), das prachtvollr barocke Rathaus (1741), das Gotische Haus an der Marktstraße, Bockhaus, Bockturm (daneben das Heimatmuseum), Pulverturm usw. Das heutige Leutkirch weist einige stadtgeschichtliche Eigenarten auf, denn neben dem historischen Stadtkern setzt es sich aus 200 Dörfern, Weilern und Einödhöfen zusammen. Da ist es nicht verwunderlich, daß Leutkirch, von der Fläche her gesehen, die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs ist …

Das beeindruckende Schloß Zeil der Truchsesse von Waldburg-Zeil liegt 5 km nördlich von Leutkirch. Die ehemalige Burg wurde zwischen 1598 und 1811 in eine mächtige vierflüglige Barockanlage umgebaut.

Marktoberdorf

Die Daten von Marktoberdorf:
Bundesland: Bayern
Höhe: 727–790m ü. NN
Fläche: 95,25km²
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Postleitzahl: 87616
Vorwahl: 08342
Kfz-Kennzeichen: OAL
Internetseite: www.marktoberdorf.de

Man sieht es Marktoberdorf auf den ersten Blick nicht an, daß das Städtchen ein bedeutender Industriestandort für landwirtschaftliche Maschinen ist. Außerdem befindet sich in der Stadt seit 1963 auch noch der Verwaltungssitz des Landkreises Ostallgäu. Gleich südlich von Marktoberdorf hat man, so das Wetter mitspielt, einen sagenhaften Blick auf das beeindruckende Panorama der Alpen. Von dort aus ist es auch nur ein Katzensprung zu den beliebten Badeplätzen am Kuhstallweiher und Ettwieser Weiher. Seit dem Mittelalter hatten die Fürstbischöfe von Augsburg in Markt Oberdorf das sagen (1453 Marktrecht). An alten Gebäuden ist vor allem die herrliche, ehemals gotische Barockkirche Hl. Kreuz und St. Martin hervozuheben. Der Pfarrkirche wurde 1732-1738 von dem berühmten Baumeister Johann Georg Fischer ihre heutige Form verliehen. Das direkt neben der Pfarrkirche stehende ehemalige Jagdschloß der Augsburger Bischöfe wurde ebenfalls nach Plänen Fischers errichtet. Seit 1985 befindet sich dort die II. Bayerische Musikakademie. Das aus dem 15. Jahrhundert stammende Alte Rathaus wurde 1723 umgebaut. Sehenswert sind auch das Stadtmuseum und das Riesengebirgsmuseum.

Pfronten

Die Daten von Pfronten:
Bundesland: Bayern
Höhe: 853m ü. NN
Fläche: 62,22km²
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Postleitzahl: 87459
Vorwahl: 08363
Kfz-Kennzeichen: OAL
Internetseite: www.pfronten.de

Die alte Talschaft Pfronten bestand ursprünglich aus 13 voneinander unabhänigen, weit auseinanderliegenden Dörfern. Heute ist Pfronten Luftkurort und größter Ferien- und Wintersportort im Ostallgäu (’Alpenbad Pfronten’, Eissporthalle, Lifte, Loipen usw.). Der Hausberg Pfrontens, der Breitenberg ist übrigens ein Eldorado der Gleitschirmflieger. Pfronten liegt im Schatten der höchstgelegenen Burgruine Deutschlands, der Falkenstein (1 268m). Die Aussicht von hier oben ist übrigens traumhaft, bei schönem Wetter, versteht sich. Man hätte möglicherweise Schwangau den Rang ablaufen können, denn König Ludwig II. hatte vor, die Falkenstein noch imposanter auszubauen als Neuschwanstein. Beinahe hätte es ein weiteres Märchenschloß gegeben, aber die Regierung des Königreiches Bayern drehte ihrem bauwütigen Monarchen jedoch schnöde den Geldhahn zu, bevor der wieder loslegen konnte. Diese Maßnahme bedauert mancher Pfrontener sicher heute noch. Den Augsburger Bischöfen gehörte seit 1047 die Falkenstein mit dem Tal. Die ansässigen Bauern konnten ihre Stellung als ‘Freie Gotteshausleute’ während des gesamten Mittelalters halten, die ihnen von den dankbaren Bischöfen verliehen worden war. Obwohl sie an den Bauernkriegen nur kurz und unter Zwang teilnahmen, verloren sie ihre Sonderstellung 1459 im “Prontener Göttlichen Recht“. Das markanteste Gebäude des Tals ist die barocke Pfarrkirche St. Niikolaus in Berg. In Kappel steht die gotische Martinskirche. An Industrie wäre ein weltbekannter Maschinenbauer hervorzuheben.

Der Pestfriedhof (Markt-) Oberdorf

Es könnte ein idyllisches Plätzchen sein, wäre nicht das Leid vergangener Tage damit verbunden. Es kam in Gestalt des ‘Schwarzen Todes’, vor allem im Gefolge des 30jährigen Krieges (1618-1648), der unsägliches Leid über Europa brachte. Zu dieser Zeit wurde der ‘Pestacker‘, wie man damals sagte, möglichst weit entfernt von menschlichen Behausungen angelegt. Er befindet sich im Hochwieswald, wenn man von Marktoberdorf her kommt linker Hand, oberhalb vom Kuhstallweiher und dem Römerbad bei Kohlhunden, direkt an der neuen Straße nach Seeg. Der Friedhof wurde übrigens 1913 restauriert. Er enthält einige interessante, alte schmiedeeiserne Grabkreuze. Eine kürzlich angebrachte Informationstafel vermittelt Details über den Friedhof.


Vor allem durch den schon im Mittelalter lebhaften Fernhandel mit Asien kamen nicht selten ansteckende Krankheitserreger nach Europa. Wenn es zu Epidemien kam waren die damaligen Ärzte machtlos. Heute weiß man, daß die Pest durch das Bakterium Yersinia pestis verursacht wird. Es wird durch Flöhe auf Nagetiere (vor allem Ratten) übertragen und von diesen auf den Menschen. Verschiedene Formen dieser Infektionskrankheit sind bekannt: Beulenpest, nicht voll ausgebrochene (abortive) Pest, Lungenpest und Pestsepsis. Die Bezeichnung ‘Schwarzer Tod‘ setzte sich im 17. Jahrhundert durch. Man hatte nämlich beobachtet, daß es bei den Erkrankten zu Blutungen unter der Haut kam, die sich bei Gerinnung schwarz verfärbten. Man sah in der Pest die Strafe Gottes für die Verfehlungen der Menschen. Es kam zu üblen Begleiterscheinungen, d.h. man fand als Sündenböcke Juden, Ausländer, Bettler, Hexen und Hexenmeister und verfolgte sie erbarmungslos. Man erkannte das große Ansteckungspotential – das war aber auch alles. Bei Ausbruch einer Epidemie tauchten überall ‘Pestmänner‘ auf, die Masken und lange, dunkle Gewänder trugen. Sie suchten Kranke und trieben diese aus den Ortschaften. Dabei verwendeten sie lange Stäbe, daß ihnen ja keiner der Kranken zu nahe kam. Man versuchte die ‘Pestillenz‘ durch Ausräuchern und Kalkstreuen zu vertreiben. Als weitere Maßnahme vermied man es auch die Pesttoten auf den Friedhöfen zu beerdigen, und legte weit außerhalb der Siedlungen Pestfriedhöfe an. Verheerende Epidemien gab es im Allgäu 1006, um 1350 (Beulenpest, mehr als die Hälfte der Allgäuer wurde hinweggerafft), 1482-1484, das ganze 16. Jahrhundert hindurch, im 17. Jahrhundert vor allem während des 30jährigen Krieges.

Da die Krankheit wie ein gewöhnlicher Schnupfen begann, mit allen Begleiterscheinungen, einschließlich geräuschvollem Niesen, führte man den ‘Gesundheitswunsch‘ ein Ruft man heutzutage jemandem der niest ein herzhaftes “Gesundheit!” zu, denkt wohl kaum jemand daran, daß dieser Ausspruch aus jener Zeit stammt als die gefürchtete Pest grassierte.

Author: Peter M. Roese

Kaufbeuren (Teil 2)

Die Vertretung der Bürger, der “Rat”, mit dem Bürgermeister an der Spitze, bestimmte von nun an die Politik der Stadt. Die Hauptstützen der Wirtschaft waren neben dem Handel die Textilbetriebe, die Herstellung von Rüstungen und Feuerwaffen und die Papierherstellung. Die Zeiten waren aber nicht immer nur friedlich und so hatte Kaufbeuren im 14. Jahrh. drei Belagerungen durchzustehen, die aber allesamt glimpflich ausgingen. Von Feuersbrünsten und der Pest blieb die Stadt jedoch ebenso wenig verschont wie andere Gemeinwesen im Mittelalter. Die schlimmsten Heimsuchung gab es aber im 30jährigen Krieg (1618-1648). Mehrmals plünderten kaiserliche und schwedische Scharen abwechselnd die Stadt. Damit nicht genug, denn 1627/28 gab es wieder eine Pestepidemie, die fast 80% der Bevölkerung dahinraffte. Kaufbeuren erholte sich lange nicht von diesen Schicksalsschlägen. Aber das ging vielen Städten auch so. Gegen Ende des 18. Jahrhs. wurde der mechanische Webstuhl erfunden, was der Textilbranche der Stadt enormen Schaden zufügte.. Zu Beginn des 19. Jahrh. war es dann auch vorbei mit den Privilegien einer Freien Reichsstadt, als im September 1802 bayerische Truppen einmarschierten.

Author: Peter M. Roese

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