Schwangau
| Die Daten von Schwangau: | |
|---|---|
| Bundesland: | Bayern |
| Höhe: | 796m ü. NN |
| Fläche: | 76,06km² |
| Regierungsbezirk: | Schwaben |
| Landkreis: | Ostallgäu |
| Postleitzahl: | 87643–87645 |
| Vorwahl: | 08362 |
| Kfz-Kennzeichen: | OAL |
| Internetseite: | www.schwangau.de |

Wappen Schwangau aus dem Medienarchiv Wikimedia Commons
In dem Ortsteil Hohenschwangau, des heilklimatischen Kurortes Schwangau, stehen die weltberühmten Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Neuschwanstein ist vielen Japanern und Chinesen wohlbekannt. Ich habe vor einigen Jahren 20 000 Kilometer von Hohenschwangau entfernt je ein Poster von Neuschwanstein und König Ludwig II. nebeneinander an einer Wand hängen sehen. Das war in der Südsee, im Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Nukualofa, der schnuckeligen Hauptstadt des Königreiches Tonga. Wo sich heute das Schloß Neuschwanstein befindet, stand einst die zweiteilige Burg Schwangau, auch Vorder- und Hinterhohenschwangau genannt. Die beiden Teile der Burg waren durch eine Felskluft voneinander getrennt. Erstmalig erwähnt wurde sie 1090/97. Diese Burg der Herren von Schwangau verfiel bereits im 17. Jahrh.. Zwischen 1869 und 1886 ließ König Ludwig II. anstelle der alten Burg das Schloß Neuschwanstein im neuromanischen Stil erbauen. Vorbild war übrigens die Wartburg. Das in historisierendem Stil errichtete Schloß Hohenschwangau geht auf den Schwanenturm, auch Burg Schwanstein genannt, zurück. 1363 wird das Bauwerk der Herren von Schwangau erstmalig erwähnt. Später war die Burg dann bayerische Grenzfeste gegen Tirol, die während der Napolionischen Kriege zerstört wurde. Kronprinz Maximilian von Bayern ließ das Schloß zwischen 1832 und 1837 errichten. Dabei wurden auch Teile der ursprünglichen Burgruine Schwanstein mit einbezogen. Etwa dreihundert Meter entfernt, westlich von Hohenschwangau auf einem Hügel, stand die Burg Frauenstein. Auch sie gehörte den Herren von Schwanstein. Von ihr ist nichts mehr zu sehen, lediglich ein Gedenkstein erinnert an ihre einstige Existenz. Auf der weiten Ebene vor den Königsschlössern steht die barocke Wallfahrtskirche St. Coloman. Am 2. Sonntag im Oktober findet dort alljährlich das spektakuläre Colomansfest statt. Der markante Tegelberg, auf dem römische Siedlungsreste liegen, ist ein Eldorado für Drachen- und Gleitschirmflieger. Wie bunte Schmetterlinge gleiten sie bei schönem Wetter lautlos um den Berg.
Autor: Peter M. Roese