Sonthofen Teil 2
Der Luftkurort Sonthofen, zu Füßen des Grünten (”Wächter des Allgäus”) gelegen, kann sich rühmen die südlichste Stadt Deutschlands zu sein. Sie ist Verwaltungssitz des Landkreises Oberallgäu. Im 8. Jahrhundert gab es bereits eine Ansiedlung, die von St. Gallen aus im Zuge der Christianisierung des Voralpenlandes gegründet wurde. Wohl wegen seiner zentralen Lage mußte der Ort so manchen Besitzer und manche Besatzung ertragen. Die Kreisstadt besitzt nur einen verhältnismäßig kleinen historischen Kern. Die ursprünglich gotische Stadtpfarrkirche St. Michael (15. Jahrh.), zwischen 1738 und 1742 erweitert und barockisiert, verfügt über einen äußerst prachtvollen Hochaltar. Die barocke Pfarrirche St. Ulrich steht im Ortsteil Burgberg. Das bemerkenswerte Deckengemälde zeigt übrigens die Schlacht auf dem Lechfeld, wo König Otto I. am 10. August 955 die Ungarn vernichtend schlug. Die Nazis errichteten 1935 eine ihrer Ordensburgen in Sonthofen, wo Führungskader des 3. Reiches ausgebildet wurden. Diese “braune Präsenz” brachte für die Stadt nichts Gutes, denn sie erlitt im 2. Weltkrieg schwere Schäden. Heute befindet sich in der Ordensburg die “Generaloberst-Beck-Kaserne” der Bundeswehr. Sehenswert ist das Heimatmuseum, das in einem typischen allgäuer Bauerhaus untergebracht ist. Die Sammlungen enthalten auch eine Ausstellung über die Gebirgsjäger. Weitere Attraktionen sind die wildromantische Starzachklamm im Ortsteil Winkel, und die nordöstlich gelegene Burgruine Fluhenstein aus dem Jahre 1362. Alle drei jahre findet in Sonthofen am Sonntag nach Fasching das Eggaspiel statt. Die Teilnehmer tragen Holzmasken und sogar eine Hexe treibt ihr Unwesen.