Oneida Joe und die tödlichen Schatten – Fotos

Gasthof “Zum Hirsch” / heute “Oberer Wirt”, Pfronten

Oneida Joe und die tödlichen Schatten Teil 2

Die Story von dem Indianer im Allgäu (historisches Manuskript, I. Viertel 19. Jahrhundert) II. Teil

Peter M. RoeseNach den recht erfolgreichen Thrillern “Nigeria Connection” und “AFN Tehran” (www.rhombos.de Nigeria Connection / AFN Tehran), die ebenfalls einiges über das Allgäu enthalten, versucht sich Peter M. Roese nun mit einem historischen Roman. Selbstverständlich ist er gespannt auf die Resonanz der Leser, die sich den unten stehenden Beitrag (und die Fortsetzungen) ansehen.

Joe und Max haben ihr Ziel erreicht: Das liebliche Tal von Pfronten. Untenstehend kurze Impressionen von ihrer Ankunft dort…

Ein kleines hutzeliges Männchen unbestimmbaren Alters, im schäbigen Rock und zerschlissenen Hosen, kommt fröhlich pfeifend barfuß des Weges, eine Kuh vor sich hertreibend.
“Sagt, guter Mann, könnt Ihr uns einen Gasthof nennen, wo es schmackhaftes Essen und einen Strohsack gibt, wo wir unsere müden Häupter zur Ruhe betten können?” fragt Max ihn höflich.
“Ja, da geht’s doch zum ‘Oberer Wirt’ in Berg, des isch a Verwandter von mir. I gang o in die Richtung, do könnet dir mitgau.”
Sie traben hinter ihm und der Kuh her. Dabei müssen sie höllisch aufpassen, denn das Viech scheint Durchfall zu haben … “Pflatsch. pflatsch, pflatsch …” macht es. Na ja, sie sind eben mit dem Verdauungssystem von Kühen noch nicht vertraut.
Oberer WirtNach kurzer Zeit deutet ihr Führer auf ein schmuckes, doppelstöckiges Gebäude. “Des isch dr Gasthof …” Und weg ist er …

Nun noch etwas davon was Joe und Max im Gasthof erleben …

Max und Joe heben ihre Krüge und stoßen an.
“Auf die glückliche Ankunft!” sagt Joe strahlend.
Im Nu haben sie ihre Krüge geleert. Der Wirt bringt Nachschub. Die Wirtsstube füllt sich nun langsam. Es sind anscheinend fast alles Bauern aus der Umgebung, die nach getaner Arbeit noch einen Trunk beim ‘Oberen Wirt’ schätzen und vielleicht auch noch eine Mahlzeit zu sich nehmen. Neugierig blicken sie zu den Fremden hin.
Da kommt eine junge Frau mit braunem, streng hochgetesteckten Haar und einer dampfenden Schüssel auf Joe und Max zu. Hinterher läuft Viktoria mit einem Korb.
“I bin die Juliane Haslach, die Frau vom Wirt und d’Köchin”, stellt sie sich vor, während sie die dampfende Schüssel vor den Gästen abstellt.
“Danke!” antworten die beiden jungen Männer wie aus einem Mund.
“Frau Wirtin erklärt mir doch bitte was das alles für Köstlichkeiten in der Schüssel sind”, möchte Max wissen, während die kleine Viktoria zwei Teller samt Messer und Gabeln auf den Tisch stellt. Dann folgen ein Laib Bauerbrot, Pfeffer, Salz, Zwiebeln und Knoblauch.
“S’gibt auf der Welt nix feinersch, als wia von der fettn Saua Schweiners”, antwortet die Wirtin lachend. “Also, da wär a Backenfleisch, Zunge, Leber, Nieren, Herz und Kraut. An guatn wünsch i.”
Die beiden bedanken sich und machen sich heißhungrig über den Inhalt der Schüssel her. Mmmm .. das mundet vielleicht! Inzwischen füllt sich die Gaststube weiter, so daß ein paar der Bauern sich freundlich grüßend mit erwartungsvollen Gesichtern auch am Tisch von Joe und Max niederlassen. Nachdem sie fertiggegessen haben und die kleine Viktoria abgeräumt hat, bringt Clement Haslach zwei neue Krüge Bier und setzt sich zu ihnen.
“Jetzt müßt’s Ihr aber erzähln wie Ihr hierher kommen seids.”
Da gibt es kein Entrinnen. Also berichtet Max wieder einmal von der mehr als abenteuerlichen Reise von Amerika durch die Sahara nach Europa.
Ein schwerhöriges altes Bäuerlein, das einen etwas beschränkten Eindruck macht, fragt Joe nebenbei: “Wo bisch her?”
“Aus Amerika isch er”, klären ihn die neben ihm sitzenden Gäste auf, “a echter Indianer no dazua.”

So in etwa könnte es um 1826 zugegangen sein. Der Gasthof “Oberer Wirt” der Familie Ultsch (www.obererwirt.de) steht heute noch in Pfronten-Berg und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit!

(Fortsetzung folgt …)