Der Roman “Allgäu Sixties” von Peter M. Roese

Peter M. Roese

Peter M. Roese

Das Werk ist vollbracht:

Der Roman “Allgäu Sixties” von Peter M. Roese
über die 60er Jahre in Kaufbeuren und am Fliegerhorst

ist erschienen!

Hier kommt ein Stück Lokalgeschichte Kaufbeurens und des Allgäus! “Allgäu Sixties” ist nicht nur etwas für jene Junggebliebenen die sich gerne an die “wilden 60er” erinnern, mit den Beatles, den Stones und anderen unvergeßlichen Musikern, dem Minirock, der Pille, der freien Liebe, dem Vietnamkrieg, dem Schah von Persien und seine Farah Diba, Studentenrevolten usw. Es ist auch etwas für die Nachkommen, die endlich erfahren, was die Alten in den 60er Jahren so gertrieben haben. All dies ist eingebunden in die Geschichte des Luftwaffensoldaten Rossner, der seine Dienstzeit oben am Fliegerhorst ableistete. Da kam eine Gruppe junger Leute zusammen, Einheimische und Soldaten, sogar eine Band war dabei … die Caddy Group. Solche Konstellationen gab es seinerzeit überall in der BRD. Der Leser streift mit Rossner durch die malerischen Straßen und Gassen Kaufbeurens, und manchen Ort in der näheren oder ferneren Umgebung, wobei ihm vieles sicher bekannt vorkommt. Einige damals stark frequentierte Lokalitäten (oder “Kultstätten”!) wie die Ranch Bar, existierten heute nicht mehr, andere hingegen, wie zum Beispiel der Ringkeller, florieren weiterhin. Summa summarum ist “Allgäu Sixties” eine olivgrün angehauchte Hommage an Kaufbeuren und das Allgäu, gewürzt mit viel Sarkasmus und Ironie.

Aber nicht nur Kaufbeuren spielt in “Allgäu Sixties” eine Rolle, nein, auch andere Städte, wie zum Beispiel: Landsberg, Memmingen, Mindelheim, Marktoberdorf, Schongau, Füssen, Kempten, Oberstdorf und … und … und … Aber auch kleinere Orte wie Pforzen, Jengen, wo Rossner eine Zeitlang mit zwei Freunden in einem alten Austragshaus wohnte (war das eine Gaudi!), oder zB. Apfeltrang, Aitrang, Görisried, um nur einige zu nennen, spielen eine Rolle. Auch Ausflüge ins benachbarte Pinswang und Reutte in Tirol sind an der Tagesordnung. Einen besonderen Leckerbissen für “Revoluzzer” stellt Rossners Aufenthalt 1968 in München dar.

Da Rossner aus Franken stammt, lernt der Leser auch Neuhaus im schönen Pegnitztal kennen, das Rossner mit seinem Hippie-Bus besucht. Amüsante Schilderungen über Mengen in Württemberg, wo er seine Grundausbildung absolviert, und Diepholz bei Bremen, wo er zu einem Nachschublehrgang fliegt, runden das Bild ab.

Peter M. Roese “Allgäu Sixties” Lindemanns Bibliothek (www.infoverlag.de) ISBN 978-3-88190-630-2 (320 Seiten, 14,80 Euro)

Impressionen aus dem Jahr 1967 von Peter M. Roese

Peter M. RoesePeter M. Roese und sein Manuskript “Allgäu Sixties”

Hier eine Szene vom Sommer 1967, aus dem Manuskript “Allgäu Sixties“, als der Protagonist Rossner mit einigen Kameraden vom Fliegerhorst Kaufbeuren auf einer Fahrschulfahrt unterwegs ist …

Als sie ein andermal eine Fahrschulfahrt nach Kempten führt, fahren sie über Betzigau nach dem zwischen Kemptener Wald und Wertachtal malerisch gelegenen Görisried.
“Wir machen im Gasthof Zum Hirsch, der übrigens meinen Namen trägt, Mittagspause”, schlägt der Fahrlehrer Feldwebel Hirsch, der seinen Kollegen Meisner vertritt, seinen feixenden Fahrschülern vor. Dann fängt er an zu lachen. “Wissen Sie, das ist ulkig, der Wirt ist ein waschechter Berliner, den es in diese herrliche Ecke verschlagen hat. Die kulinarischen Spezialitäten beschränken sich auf Landjäger mit Gurke und Eisbein. Das schmeckt aber klasse.”

Gasthof Zum Hirsch

Gasthof Zum Hirsch

Sie erreichen den Kirchplatz in Görisried, wo der behäbige Gasthof steht. Der Obergefreite Wallner lenkt den Munga auf die gegenüberliegende Straßenseite, wo sich das Sommerhaus mit Biergarten befindet. Sie lassen sich an einem Tisch nieder, und geben bei der sogleich herbeieilenden Kellnerin ihre Bestellungen auf. Während sie genussvoll die einfache aber köstliche Mahlzeit zu sich nehmen, unterhalten sie sich.
“Ich muss sagen Herr Feldwebel”, stellt Rossner fest, nachdem er ein Paar Landjäger verdrückt hat, “Sie haben nicht übertrieben, es schmeckt prima.”
Die beiden anderen Fahrschüler stimmen Rossner zu.
“Das freut mich”, antwortet der Fahrlehrer. “Ich habe übrigens eine nette Geschichte über den Gasthof Zum Hirsch und dessen Wirt gehört. Zur Sperrstunde um Punkt Mitternacht muss das Wirtshaus schließen. Die Polizei kontrolliert das auch oft. Da hat der findige Wirt in der Wirtsstube einen Nagel halb in eine Wand hinein geschlagen. Kurz vor 24 Uhr fragt er dann üblicherweise die Gäste, ob sie noch etwas möchten. Sie erhielten das Bestellte. Die Folge war, wenn die Polizei kam, musste er Strafe bezahlen. Daraufhin kassierte der Wirt von jedem Gast zwei Mark ein, und heftete den Strafzettel an den Nagel.”

Soweit ein Ausschnitt aus dem Manuskript “Allgäu Sixties”. Heutzutage ist die Palette der Speisen wesentlich umfangreicher. Die Familie Knüsli hat so einige kulinarische Spezialitäten zu bieten. So lautet denn auch das Motto des Hauses: Wir verwöhnen Sie nach Allgäuer Art …

Gasthof Zum Hirsch
Kirchplatz 6
87657 Görisried

www.hirsch-goerisried.de

Manuskript “Allgäu Sixties” Teil 3

Peter M. RoesePeter M. Roese und sein Manuskript “Allgäu Sixties”

Die turbulenten 60er Jahre in Kaufbeuren, Teil 3

Verweilen wir noch etwas auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren, diesem erstaunlichen (militärischen) Fleckchen Erde …

Rossner streckt sich, atmet tief durch und füllt seine Lungen mit dem balsamischen Lebenselexier. Es ist ein Bild des Friedens, das sich dem Betrachter darbietet … Ein Bild des Friedens? In einer Bundeswehrkaserne? Oh Wunder! Aber es ist tatsächlich so! Das Gebäude aus dem Rossner auf das friedliche Bild blickt, steht, wie gesagt, auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren Mit der Bezeichnung Fliegerhorst, Abkürzung FlgH, hatten die sonst wirlikch nicht zu poetischen Ergüssen neigenden Militärs das richtige Wort getroffen, denn wie ein Adlerhorst thront die Kaserne mit der Start- und Landebahn über dem heimeligen alten Städtchen zu seinen Füßen.Von der Rollbahn des Militärflughafens kann man sich mit etwas Phantasie wie mit den Schwingen eines Adlers in die Lüfte erheben. Und was erblickt das Adlerauge vor sich? Da liegt das atemberaubende Panorama der Alpen – schönes Wetter natürlich vorausgesetzt. Rechter und linker Hand erstrecken sich die sanften Hügel des Voralpenlandes. Zweifellos verdient diese militärische Einrichtung das Prädikat ’schönster Fliegerhorst der Bundesrepublik’.
Im Gegensatz zu vielen anderen Etablissements dieser Art, die weitab von jeglicher Zivilisation liegen, gelangt der tatendurstige Krieger vom hiesigen Fliegerhorst über den steilen Obergefreitenschnellweg binnen weniger Minuten hinab in die Stadt. Der Rückweg mag sich allerdings, vor allem in der Dunkelheit, für einen nicht mehr nüchteren Kameraden schwierig gestalten, da ist schon mancher auf allen Vieren raufgekrabbelt. Wenn der Druck auf die Blase unterwegs zu stark wurde, konnte man in die Büsche bieseln, von denen herrscht hier kein Mangel.

Das nächste Mal kommt noch ein wenig über das Militär, bevor wir uns zivilen Gefilden zuwenden …

Beitrag von Peter M. Roese

(Fortsetzun folgt …)

Allgäu Sixties Teil 1

Allgäu Sixties Teil 2

Allgäu Sixties Teil 4

Allgäu Sixties Teil 5

Allgäu Sixties Teil 6

Allgäu Sixties Teil 7