Das Allgäu und der Käse
Das Allgäu ist eine Landschaft in der ganze Geschwader von hübschen, braunen Kühen riesige Mengen an Milch produzieren. Diese wird zum Teil veredelt zu Butter, Käse, Joghurt und weiteren Produkten – und das jährlich in zehntausenden von Tonnen. Glaubt man den lokalen Legenden aus Wertach am Grüntensee, dann begann dort die Geschichte des Allgäuer Käse 1874. Da waren die beiden Brüder Kramer gerade dabei einen Limburger Käse herzustellen als ihnen auffiel, daß sie zuviel und Wasser hineingetan hatten. Da die beiden nicht gerade mit Reichtum gesegnet waren, wie übrigens die Mehrzahl der Allgäuer damals, hoben sie den missratenen Limburger erst einmal auf. Sie brachten ihn in den Keller, wo der Käse ein halbes Jahr lang reifte. Als schließlich ein Händler vorbeikam drehten die Brüder Kramer ihm den “missratenen Limburger” an. Die Abnehmer des Händlers waren seltsamerweise begeistert von dem Produkt und die Nachfrage stieg. Die Brüder hatten unwissentlich eine neue Käsesorte erfunden – den “Weißklackler“. Der wurde sogar als erster Käse der Welt patentiert. Das wunderbarste ist, dass sich etwa 20 Liter Milch, einfach so, in ein 2-Kilo “Trumm Weißklackler” verwandelten.
Nicht zu unrecht wird das Allgäu auch der “Käsegau” Deutschlands genannt. Schade nur, daß man im Allgäu im Gegensatz zur Schweiz keinen vernünftigen Käse-Song kreiert hat. Das entsprechende Lied der Eidgenossen lautert: “Mei Vattr is a Appnzellr, Jollahadrihü, Jokllahodriho, der frißt den Kas gleich mit’m Tellr …” Das im vorangegangenen Absatz gesagte umfaßt die Allgäuer-Käse-Erfogsstory nicht ganz, denn bereits um 1850 begann man vom Flachsanbau auf die Milchwirtschaft überzugehen. Schon vorher hatte Johannes Althaus aus der Schweiz Rezepte für Käse mitgebracht. Aus einem entstand dann 1827 der “Allgäuer” Emmentaler. Weitere Pioniere im Geschäft des Käse-Know-Hows waren Karl Hirnbein und Karl Hoefelmayr.