Landwirte aus Südkorea informieren sich über LEADER im Allgäu

LEADER ist zwar ein Förderprogramm der Europäischen Union, doch auch weit über die Grenzen Europas hinaus interessiert man sich dafür, wie hierzulande Ländliche Entwicklung gestaltet wird.

Nun war eine Delegation aus Südkorea in Deutschland unterwegs und besuchte dabei auch das Allgäu. Organisiert hatte die einwöchige Informationsreise das Koreanische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei.

Im Oberallgäu besuchte die Gruppe von über 20 Landwirten die Sennerei und Knoll’s Baurestube in Wertach. Von Dr. Sabine Weizenegger, Geschäftsführerin des Regionalentwicklung Oberallgäu e.V., ließen sie sich darüber informieren welche Ziele mit LEADER verfolgt werden und wie eine so genannte LEADER Aktionsgruppe (LAG) funktioniert.

Besonders wichtig war es den Gästen zu erfahren, auf welche Weise Bürgerinnen und Bürger in die Projekte eingebunden werden und wie über die Verwendung der Fördergelder entschieden wird. Auch für gemischte Finanzierungsmodelle mit öffentlichen und privaten Geldern interessierten sie sich sehr. Min-Sik Bae von der Abteilung für Ländliche Politik im Koreanischen Ministerium ist zuversichtlich, dass viele Teilnehmer der Exkursion in ein paar Jahren selbst aktiv in einer Art LEADER-Aktionsgruppe in Korea mitarbeiten werden.

Erläuterung

LEADER ist eine französische Abkürzung und steht für Liaisons Entre Actions de Développement de l‘Economie Rurale (Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der Wirtschaft ländlicher Räume). Eine entscheidende Rolle bei diesem Förderinstrument der Europäischen Union spielen so genannte LEADER Aktionsgruppen (LAG), deren Aufgabe es ist, regionale Entwicklungsstrategien umzusetzen. Alleine in Deutschland gibt es 273 solcher LAGs, europaweit sind es über 2000. Im Oberallgäu wird die LAG vom Regionalentwicklung Oberallgäu e.V. mit Sitz in Altusried getragen. Seit 2004 wurden im Oberallgäu 55 Projekte unterstützt und Fördergelder in einer Höhe von 3,4 Mio. Euro bewilligt.

Gäste probieren den Bergkäse

Gäste probieren den Bergkäse

Erläuterung des Prozesses der Käseherstellung

Erläuterung des Prozesses der Käseherstellung

Weitere Informationen: www.regionalentwicklung-oberallgaeu.de

Oberstdorf: Grenzenloses Herbstwandern

Der Herbst ist eine der beliebtesten und schönsten Jahreszeit zum Wandern in Oberstdorf – und das nicht nur aufgrund des farbenfrohen Naturschauspiels. Vielmehr lockt vor allem der traditionelle Viehscheid jedes Jahr tausende Gäste in die südlichste Gemeinde Deutschlands.

HerbstwandernNeben gelebter Tradition freuen sich Wanderer im Herbst vor allem auf insgesamt 200 km Wanderwegenetz, alpine Wege, drei Klettersteige, den berühmten Heilbronner Weg und nicht zuletzt das einmalige 400 Gipfel Panorama am Nebelhorn. Außerdem genießen die Gäste bei zahlreichen Oberstdorfer Gastgebern einen Vorteil: Bei Buchung der Übernachtung erhalten Sie den Bergbahnpass für die Zweiländerwanderregion Oberstdorf/Kleinwalsertal inklusive. Alle Auf- und Abfahrten an Fellhorn-Kanzelwand, Nebelhorn, Söllereck und Walmendingerhorn sind enthalten. Nach dem Erfolg im vergangen Jahr wird es auch in diesem Sommer die Pauschale „Bergbahnen inklusive – Grenzenlos Wandern“ für die Gäste geben. Das Bergbahnticket ist bei der Buchung einer Unterkunft in einem teilnehmenden Betrieb inklusive. Das bedeutet: Bergbahn fahren, sooft man will. „Alle Auf- und Abfahrten an Fellhorn-Kanzelwand, Nebelhorn, Söllereck und Walmendingerhorn sind inklusive“, erklärt Dr. Silvia Nolte, Tourismusdirektorin Oberstdorf. Von der gemütlichen Wanderung im Tal bis zu alpinen Touren oder Klettersteigen wird alles geboten. Dazu laden Restaurants, Hütten und Sonnenterassen auf den Bergen während eines Wandertages zum Erholen und Sonne tanken ein.
Zusätzlich können die Gäste mit sachkundigen Bergführern die Flora und Fauna der Oberstdorfer Bergwelt erkunden. Jeden Freitag im August und September finden naturkundliche Wanderungen im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen statt – Natur Erlebnis pur. Die dreistündige Wanderung startet an der Talstation der Nebelhornbahn am Rand von Oberstdorf. Mit ein wenig Glück begleiten Steinadler, Murmeltiere und Gämsen die Wanderer. Zusätzlich erfahren sie Wissenswertes über die Geologie, die Geschichte des Allgäus und die Entwicklung der Alpwirtschaft.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Tourismus Oberstdorf, Telefon 08322-700-127.

Der Oberstdorfer Viehscheid

Der Oberstdorfer Viehscheid ist eine der Veranstaltungen, wo Tradition und Brauchtum im Allgäu hautnah erlebt werden können. Am 13. September werden die bunt geschmückten Kühe von den Alpen wieder ins Tal getrieben und deren Ankunft mit einem großen Fest in Oberstdorf gefeiert.

Im Allgäu hat die Viehwirtschaft eine lange Tradition. Das charakteristische Allgäuer Braunvieh genießt den Sommer in den Bergen, wo es rund 100 Tage kräftiges Gras, Alpenkräuter und –blumen genießen kann. Ein Besuch auf einer der sieben Sennalpen ist bei Familien besonders beliebt: etwa auf den Alpen Oberau bei Spielmannsau oder Schrattenwang auf dem Söllereck. In der größten und höchstgelegenen Bergkäserei Deutschlands, der Alpe Schlappold auf dem Fellhorn, schauen Besucher sogar dem Senner beim Käsen zu.
Nach rund 100 Tagen auf der Alpe geht es für die Kühe wieder ins Tal. Der Höhepunkt des Alpabtriebs ist am 13. September (wenn dieser Tag ein Sonntag ist, am 12. September) der Viehscheid am Renksteg in Oberstdorf.
Am Tage des Viehscheides haben die Kranzbinderin ihren großen Einsatz und müssen pünktlich überall dort zur Stelle zu sein, wo sich Vieh und Hirten zum Einzug ins Tal vorbereiten.

ViehscheidDie Hirten wechseln hier ihre Kleidung und ziehen ihr gutes Gewand an, das meistens aus einer Lederhose mit bestickten Hosenträgern, einem weißem Hemd und einem blumengeschmückten Hut besteht. Währenddessen wird die »Schönheitskönigin « unter den Rindern mit einem üppigen Kopfputz »gekrönt«. Einige wenige Kranzbinderinnen stellen noch nach alter Sitte den Kopfschmuck her, mit dem das schönste Rind jeder Alpe beim Alpabtrieb geschmückt wird.
Etwa 25 bis 30 Kränze sind es in dem jedem Herbst, mit denen die Rinder und Kühe der Oberstdorfer Alpen gekrönt werden. Stundenlange Vorbereitungen gehen der eigentlichen Arbeit am Kranz voraus, für dessen Vollendung noch einmal vier Stunden gebraucht werden.

Es werden tausende von getrockneten Naturblumen und künstlichen Alpenblumen auf einem Drahtgestell zu einem farbenprächtigen Gebilde zusammen gebunden. Die eingearbeiteten Spiegel sollen beim Alpabtrieb die bösen Geister am Wegesrand bannen. Nur wenn während des Sommers der Viehbestand einer Alpe von Krankheit, Absturz oder einem anderen Unglück verschont blieb, darf vom Oberhirten die so geschmückte Kranzkuh zum Scheidplatz geführt werden.
Am Scheidplatz durchläuft jede Herde einen Verschlag, in dem sie »geschieden«, also getrennt wird, und an dessen Ende die Tiere einzeln beim Hirten ankommen. Laut ruft dieser den Namen des Besitzers, der schon bereitsteht, um sein Vieh in Empfang zu nehmen.

In langen Reihen werden die Kälber, Einjährigen und Rinder am Scheidhag angebunden und warten dort geduldig, bis es heimgeht in den eigenen Stall. Für den Bauern ist es natürlich ein Grund zur Freude, wenn die Tiere gesund heimkehren. Dazu steht das Festzelt bereit, wo man sich die Maß Bier und die »Scheidwürste« bei zünftiger Musik schmecken lässt.

Tourismus Oberstdorf
Miriam Frietsch
Prinzregenten-Platz 1
87561 Oberstdorf
Tel: +49 (0)8322 / 700-228
Fax: +49 (0)8322 / 700-274,
Info: www.oberstdorf.de

Impressionen aus dem Jahr 1968 von Peter M. Roese

Peter M. RoesePeter M. Roese und sein Manuskript “Allgäu Sixties”

München 1968 … der Gasthof Weinbauer in Schwabing …

Der Protagonist Rossner absolviert im turbulenten Jahr 1968 einen Lehrgang in München. Er ist in Schwabing untergekommen, bei Karl, einem Studenten. Neben vielerlei Aktivitäten oder Happenings, die man auf Neudeutsch sit-in, go-in, teach-in, sleep-in und so weiter nennt, durchkämmen Rossner und Karl die Landeshauptstadt nach einschlägigen Lokalitäten. Hier ein entsprechender Auszug aus dem Manuskript “Allgäu Sixties” …

Gasthof Weinbauer bei München Ganz oben auf der Liste steht der Gasthof Weinbauer, ein gastronomisches Urgestein, in dem Eckhaus in der Fendtstraße, wo die Revoluzzer friedlich Seite an Seite mit Einheimischen in aller Ruhe ihr Bierchen schlürfen. Dunkle, holzgetäfelte Wände, Deckenbalken, eine typisch bayerische Wirtshauseinrichtung sorgen dafür, daß sich der Gast, wie die Münchner sagen, ’sauwohl’ fühlt. Und dann erst das Essen! Eine Spezialität des Hauses ist die Münchner Schlachtschüssel …

Kurz vor Beendigung seines technischen Lehrgangs lädt Rossner Karl zu einer Münchner Schlachtschüssel in den Gasthof Weinbauer ein.
“Ich möchte mich wenigstens ein bisschen revanchieren für deine Gastfreundschaft, und die interessanten Exkursionen durch die Kneipen und politische Happenings”, sagt Rossner zu Karl.
“Das wäre doch nicht notwendig gewesen”, entgegnet dieser.
“Papperiapapp, du bist heute mein Gast”, erklärt Rossner kategorisch. “Übrigens, die Jungs gestern Abend waren ja zum Schluss ganz schön voll.”
“Ja, die haben gesoffen, bis ihre Haarwurzeln im blanken Alkohol lagen”, bestätigt Karl lachend.
In dem Moment kommt eine fesche, blonde Bedienung im Dirndl und stellt ein dampfendes, gußeisernes Bratreindl auf den Tisch. Rossner mustert interessiert den Inhalt. Auf der Unterlage aus hellem Sauerkraut und einer halbierten, mit Nelken gespickten Zwiebel, ruht in fingerdicke Scheiben geschnittenes Schweinernes, Wammerl und Schweinszüngerl. Hellbraune Leberwürste und schwarzbraune, pralle Blutwürste vervollständigen das Gericht. Garniert ist dieser Augenschmaus mit schwarzen Wacholderbeeren und braungrünen Lorbeerblättern.
“Phantastisch!” entfährt es Karl, während sein Blick wohlwollend auf den kulinarischen Köstlichkeiten ruht.
“Nichts wie ran, bevor es kalt wird”, schlägt Rossner vor, Messer und Gabel ergreifend.

Soweit der Manuskriptauszug … Heute wie damals gibt es deftige bayerische Küche und so einige Schmankerln, von den Schwaben und Österreichern abgeguckt. Seit 1.Mai 2010 hat Franz Schmuck den berühmten Gasthof Weinbauer übernommen.

Gasthof Weinbauer
Fendtstraße 5
80802 München

www.weinbauer-muenchen.de

Impressionen aus dem Jahr 1969 von Peter M. Roese

Peter M. RoesePeter M. Roese und sein Manuskript “Allgäu Sixties”
Impressionen aus dem Jahr 1969 … ein Besuch im Restaurant Jagdhof in Schlingen …

In einer Anwandlung von Großmut lädt Rossner seine Verlobte und die zukünftige Schwiegermutter zum Abendessen ein. Er hält auch noch eine Überraschung bereit …

“Ich möchte euch bitten der Gerdi und Ihrer Mutter nichts von dem Porsche zu sagen”, bittet Rossner seine Freunde und Kollegen Hans und Norbert. “Das soll eine Überraschung werden. Ich habe die beiden Damen für den kommenden Samstag in das Restaurant Jagdhof in Schlingen eingeladen. Da möchte ich sie natürlich mit dem Porsche hinfahren.”
Restaurant Jagdhof in Schlingen“So, so, den großen Maxe spielen und Eindruck schinden, bei der zukünftigen Schwiegermutter”, meint Hans, mit einem schäbigen Grinsen im Gesicht.
“Laß ihm doch seinen Spaß”, wirft Norbert ein. “Der Jagdhof ist doch das tolle Restaurant an der B 16, das im Januar eröffnet wurde.”
An besagtem Tag zieht Rossner dann die große Show ab: Er fährt mit dem blitzblank gewienerten roten Porsche 356 nach Bad Wörishofen, und holt die Schwiegermutter in spe und seine Verlobte ab. Die Überraschung ist vollkommen!
“Einen Porsche haben wir!” ruft Gerdi verzückt aus, während sie Rossner um den Hals fällt.
Ihre Mutter steht staunend vor dem prächtigen Gefährt.
Der hell erleuchtete Jagdhof scheint ein Magnet erster Klasse zu sein, das erkennt man schon an den zahlreichen Fahrzeugen die davor parken.
“Der Porsche paßt doch glatt zu diesem Ambiente”, stellt Rossner stolz fest, als er und seine Begleiterinnen das geschmackvoll eingerichtete Restaurant betreten. Die Speisekarte ist beeindruckend.
“Also, ich schlage Froschschenkel vor”, erklärt Rossner hinterhältig grinsend, wohl wissend, wie die Reaktion sein wird.
Die ist auch entsprechend: Gerdi verzieht das Gesicht, ihre Mutter wird bleich. Aber schließlich entscheidet sich Gerdi für Rehragout und ihre Mutter für Wildschweinbraten. Rossner widmet sich der Spezialplatte Jagdhof. Die ist sehenswert: Filets von Rind, Kalb und Schwein, Gemüse, Pilze, hausgemachte Spätzle mit Cognac-Pfeffer-Rahmsoße.
“Das war doch ein göttliches Mahl”, stößt Rossner theatralisch hervor, als er fertig ist. Damit spricht er auch seinen Begleiterinnen aus dem Herzen.

Ja, so war das seinerzeit im Restaurant Jagdhof in Schlingen. Auch heute verwöhnt die Familie Steinhauser den Gast mit exquisiten Gerichten aus der Region, inklusive Wild und Fisch. Auch vegetarische Kost wird geboten. Hinzu kommen deftige Brotzeiten. Ach ja, der hausgemachte Kuchen sollte nicht unerwänht bleiben.

Restaurant Jagdhof
Allgäuer Str. 1
86825 Bad Wörishofen / Schlingen

http://www.jagdhof-schlingen.de

Impressionen aus dem Jahr 1967 von Peter M. Roese

Peter M. Roese Peter M. Roese und sein Manuskript “Allgäu Sixties”

Impressionen aus dem Jahr 1967 … Fahrstunden bei der Bundeswehr … Gasthof Weißes Röss’l in Leinau …

Hier eine Szene aus dem Jahr 1967, als der Protagonist Rossner zusammen mit einigen Kameraden vom Fliegerhorst Kaufbeuren Fahrstunden absolviert …

Gasthaus Weißes Röss'l Leinau

Weißes Röss'l

Sie kommen am Freitagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein auf der B 16 von einer Fahrschulfahrt aus Memmingen, Mindelheim und Bad Wörishofen zurück.
“Männer”, sagt der Fahrlehrer Feldwebel Meisner als sie durch Pforzen fahren, “wir machen diesmal unsere Pause im Weißen Röss’l in Leinau. Uffz Schaller fährt uns anschließend hoch zum Fliegerhorst. Er muß diesmal in den sauren Apfel beißen und darf keinen Alkohol trinken. In den Gasthof kommen übrigens immer mal Leute aus München, die in der Wertach angeln. Die stolzen Petrijünger lassen dann ihre Beute von der Wirtin des Weißen Röss’l braten. Auch Gablonzer kommen gerne her.”
Sie erreichen die Kreuzung die rechts nach Irsee und links nach Leinau und Neugablonz führt. Rossner, der gerade am Steeuer sitzt, biegt nach Leinau ab und fährt über die Wertachbrücke. Nach wenigen Minuten sind sie am Ziel angelangt. Rossner läßt den Munga ausrollen. Die Soldaten steigen aus und lassen sich in dem kleinen Biergarten an einem der Holztische nieder.
Am Nachbartisch sitzen vier gestandene Mannsbilder, der fünfte ist ein Krischperl, wie man im Allgäu und anderen Gegenden Süddeutschlands so schön sagt, eben ein Mann von kleiner, schmächtiger Statur. Es scheinen Einheimische zu sein, Leinauer Bauern, die in ein Kartenspiel vertieft sind. Das Krischperl stänkert die ganze Zeit herum. Rossner vernimmt schmunzelnd was sich da am Nachbartisch tut.
“Du wenn jetzt it bald schtill bisch, verhau i di”, warnt einer der Mitspieler den Störenfried.
“Dann flack i na, und na kasch zala”, antwortet der Schmächtige vorwitzig.
Da steht der Mitspieler der ihn gewarnt hatte auf, hebt das Krischperl hoch in die Luft, schüttelt ihn kräftig, und setzt ihn wieder auf seinen Stuhl. Anschließend fordert er ihn auf: “So und jetzt kasch saga was des koschd!”
“Schüttla koschd nix”, versichert das Krischperl kleinlaut.
Danach kehrt Ruhe ein, und das Kartenspiel kann fortgesetzt werden. Die Soldaten machen sich über die bestellten Brotzeiten her.

Soweit ein Ausschnitt aus dem Manuskript. Die Inhaberin des Gasthofes Weißes Röss’l, Angelika Seidl, führt die Tradition des Hauses fort, mit guter, alter Hausmannskost wie verschiedene Braten, Schnitzel, Rouladen und Brotzeiten.

Gasthof Weißes Röss’l
Dorfstraße 25
87666 Leinau

www.weisses-roessl-leinau.de

Grünes Licht für zwei neue Projekte im Oberallgäu

Entscheidungsgremium der LAG Regionalentwicklung Oberallgäu gibt grünes Licht für zwei neue Projekte

Das Entscheidungsgremium der LEADER Aktionsgruppe (LAG) Regionalentwicklung Oberallgäu e.V. hat zwei weitere Projekte für die Förderung über das LEADER-Programm der Europäischen Union empfohlen. In der aktuellen Förderperiode 2007-13 ist bislang ein Fördervolumen in Höhe von rund 1 Mio. Euro für insgesamt 20 Projekte – darunter 11 gebietsübergreifende Kooperationsprojekte – bewilligt worden.
Das Projekt Naturerlebniszentrum Allgäuer Alpen (NEZ) präsentierten Projektleiter Siegfried Zengerle von der Stadt Immenstadt und Ideengeberin Julia Wehnert vom Bund Naturschutz. Das Vorhaben war bereits beim Ideenwettbewerb Regionalentwicklung „Neue Ideen für’s Allgäu 2006/07“ ausgezeichnet worden und ist als eines der Hauptprojekte im Regionalen Entwicklungskonzept (REK) für das Oberallgäu enthalten. Das Naturerlebniszentrum soll im geplanten AlpSeeHaus in Bühl am Alpsee angesiedelt werden und ist als Umweltbildungseinrichtung konzipiert. Entsprechende Umweltbildungs-Angebote sollen gebündelt bzw. in einem Aktionsraum oder einer Naturwerkstatt vom NEZ selbst angeboten werden. Die Kosten sind mit rund 280.000 € für den Aufbau und Betrieb des NEZ in den ersten drei Jahren veranschlagt, dafür sollen 140.000 Euro an Fördermitteln beantragt werden.
Der Aufbau des Projektes LandZunge, das sich der Verwendung von regionalen Produkten in der Gastronomie verschrieben hat, war bereits in der vorherigen Förderphase über das LEADER-Programm gefördert worden. Rund 80 Gasthöfe aus Oberschwaben und dem Bayerischen sowie Württembergischen Allgäu gehören dem Netzwerk inzwischen an. Josef Ellgass, selbst Wirt und einer der Geschäftsführer der LandZunge GbR, beschrieb eine Qualitätssicherung auf Seiten der Gastronomie als die nun vorrangige Herausforderung. Drei Bausteine sollen dazu beitragen: Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen für LandZunge-Gastronomen und –Mitarbeiter, ein LandZunge Handbuch und ein „LandZunge-Schrank“ mit regionalen Produkten für die Gastronomie-Betriebe. Insgesamt wird die Umsetzung dieses Kooperationsprojektes 40.400 € in Anspruch nehmen, rund 22.000 € sollen über Fördergelder aus PLENUM (einem Landesprogramm aus Baden-Württemberg) und LEADER bereitgestellt werden
Das Gremium befürwortete die beiden Projekte jeweils einstimmig.
Über zwei weitere Vorhaben berichtete Geschäftsführerin Dr. Sabine Weizenegger: Der „Flussraum Iller“ soll durch diverse Aktivitäten in Wert gesetzt werden, aus dem Ostallgäu kommt eine Initiative für ein Projekt „Wertach erleben“. Beide Vorhaben sind derzeit noch in der Entwicklungsphase, so dass es sich um eine Information des Gremiums handelte und kein Beschluss anstand. Bgm. Heribert Kammel, 1. Vorsitzender der LAG, legt Wert darauf, dass in der Regionalentwicklung „nicht nur Fördermittel verteilt, sondern aktiv und kreativ Projekte gestaltet und initiiert werden.“ In der Konzeptionsphase können Anregungen und Ideen noch aufgegriffen werden und sind willkommen.
Die Sitzung fand im Bergbauernmuseum in Immenstadt-Diepolz statt, wo die Mitglieder des Gremiums vorab das im Bergbauernmuseum angesiedelte Projekt „Zeitreise“ besucht hatten, das ebenfalls mit Fördermitteln aus dem LEADER-Programm unterstützt worden war. Bei der „Zeitreise“ erfahren Besucher des Museums, wie Bergbauern vor hundert Jahren lebten.

Erläuterungen:
Zentrales Prinzip des LEADER-Programmes der Europäischen Union ist der so genannte „bottom-up“ Ansatz. Damit ist gemeint, dass Entwicklungsmaßahmen in einer Region nicht aus Berlin oder Brüssel vorgegeben werden. Stattdessen werden Entscheidungen direkt vor Ort getroffen, denn hier kennt man Probleme und Potentiale der Region besser. Dieses Prinzip wird u.a. in den Entscheidungsgremien der LEADER-Aktionsgruppen verfolgt, in denen laut EU-Vorgaben nicht nur politische Vertreter, sondern auch so genannte Wirtschafts- und Sozialpartner (also Vertreter aus Vereinen und Verbänden oder Privatpersonen) vertreten sind.

Altusried, 10.06.2010
Dr. Sabine Weizenegger

Regionalentwicklung Oberallgäu e.V.
Rathausplatz 1 • D-87452 Altusried
Tel. +49/8373/29914 • Fax +49/8373/29911
www.regionalentwicklung-oberallgaeu.de

Das Fischhaus und die Ulrichskapelle bei Roßhaupten

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Foto: Rainy Roese

Mancher Autofahrer der auf der B16 nach Süden eilt, bemerkt kurz vor Roßhaupten linker Hand ein interessantes Ensemble: Ein stattliches Gebäude und links daneben eine Kapelle (dahinter ein großer Schuppen). Ein Haus oder ein Bauernhof mit Kapelle, das ist nichts ungewöhnliches im Allgäu – ungewöhnlich ist jedoch, daß ein Steg das Haus mit der Kapelle verbindet. Aber das ist noch nicht alles, denn wer sich hinüber begibt zur Kapelle findet eine Tafel, auf der folgende steht:

Fischhaus
(einst Insel im See)
der hochstiftischen Fischmeister,
erwähnt 1650 und 1763
1848 Dr. Geis. 1914 Geschlecht Linder.
Ulrichskapelle erwähnt 1594
neu erbaut um 1750 umgebaut 1855.

Eine ehemalige Insel? Ja, ein aufmerksamer Beobachter erkennt die Erhebung auf der die Gebäude stehen, die von einer umfangreichen Vertiefung, dem einstigen Gewässer, um geben ist. Ein Bach durchquert die Vertiefung, wohl der Zulauf des ehemaligen Sees oder Fischweihers. Um es vorauszuschicken, die Insel und der Fischhausweiher gehörten einst den Fürstbischöfen von Augsburg. Nach der Säkularisation 1803 kam alles zum Königreich Bayern. Der Fischweiher wurde 1804 aufgegeben, um landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen. Ob der letzte Fischmeister, der 1803 seinen Job verloren hatte, vor lauter Frust, den Stöpsel rauszog?

Etwa um 1450 ließ Peter von Schaumburg, der Fürstbischof von Augsburg, auf der kleinen Insel im Fischhausweiher ein Haus errichten. Dort wohnte sein Fischmeister, der das Fischgut verwaltete. Während des Bauernkrieges kam es 1523 zur Gründung des ‘Allgäuer Bundes’ unter Jörg Knopf aus Leubas. Die rebellierenden Bauern holten sich die Fische aus dem Teich. Nach der Niederschlagung des Bauernaufstandes zog wieder ein Fischmeister in das Fischhaus ein.

Die Kapelle, dem hl. Ulrich geweiht, wurde 1594 erstmalig erwähnt. Dr. Benedikt Geis erwarb das Anwesen 1855 und ließ die Kapelle im neugotischen Stil mit Ziegelsteinen überbauen. Über den Steg erreicht man die Empore und zwei Räume, in denen nach dem 2. Weltkrieg Flüchtlinge untergebracht waren. Der letzte fürstbischöfliche Fischmeister soll übrigens unter der großen Steinplatte des Kapelleneingangs bestattet worden sein.

Im Sommer residierten die Fürstbischöfe von Augsburg im nahe gelegenen Füssen im Hohen Haus. Von dort aus unternahmen sie Jagdausflüge in die Umgebung. Auch der Fischfang war beliebt. Während der Fastenzeit und dem fleischlosen Freitag war Fisch hoch willkommen. Vermutlich diente die Insel im Fischhausweiher mit dem Fischhaus den Fürstbischöfen als Kulisse für rauschende Feste, wie das von anderen Orten bekannt ist. Um Geld für diese teuren Feten einzutreiben unternahmen die Kirchenfürsten ‘Umritte’, von denen in Roßhaupten einige bekannt sind. Da werden sich die Untertanen gefreut haben, wenn sie von ihrem Herrn geschröpft wurden Heute greifen unsere Oberen zu subtileren Mitteln: Otto Normalverbraucher bekommt als Arbeitnehmer schon eine Menge Steuern abgeknüpft, bevor er auch nur einen Euro erhält!

Beitrag von Peter M. Roese

Peter M. Roese Peter M. Roese wurde 1944 in Erlangen geboren und lebte einige Jahre in Kaufbeuren.

Impressionen aus dem Jahr 1966 von Peter M. Roese

Peter M. Roese Peter M. Roese und sein Manuskript “Allgäu Sixties”
Impressionen aus dem Jahr 1966 … Ausflug zum Lech … Restaurant Café Lechblick …

Der Protagonist Rossner und sein Kamerad Pflüger, beide am Fliegerhorst Kaufbeuren stationiert, lernen zwei flotte Bienen kennen, mit denen sie von Kaufbeuren aus einen Ausflug an den Lech unternehmen …

Es ist Samstagnachmittag, als Pflüger und Rossner bei strahlendem Sonnenschein im Käfer in die Stadt hinabrollen. Marlene und Konstanze warten schon vor der Ranch auf sie. Entzückend sehen sie aus, in ihren dünnen Sommerkleidchen, die sich in der linden Luft an die wunderbaren Konturen der jungen Körper schmiegen. Zur Begrüßung bekommen die beiden jungen Männer züchtig Küßchen auf die Wangen. Sie gondeln hinten herum über die Dörfer Mauerstetten, Blonhofen, Gerbishofen, und wie sie alle heißen. Auf den hügeligen Weiden tummeln sich Kühe und hier und da ein Pferd. Durch die geöffneten Fenster streicht eine angenehme Luft. Sie erreichen Asch und fahren die B 17 hinunter, bis sie auf das Restaurant Café Lechblick stoßen.
Cafe LechblickPflüger läßt den Käfer auf dem Parkplatz ausrollen. Sie betreten die gutbesuchte Terrasse. Bevor sie sich niederlassen, bleiben sie erst einmal überrascht stehen. Den Betrachtern bietet sich ein sagenhafter Blick auf den von Wäldern gesäumten Lech, der hier nach der Staustufe 11 eine Breite Schleife bildet.
“Da kann man sich gar nicht satt sehen”, entfährt er Rossner nach einer Weile.
Sie bestellen jeder einen Eisbecher und löffeln ihn schweigend aus, während sie hinunter auf den Fluß blicken. Rossner ist jedoch auf einmal von anderen Naturschönheiten hingerissen: den im tiefen Ausschnitt von Marlenes Kleid gebetteten, großkalibrigen Kugeln, die er verstohlen mustert. Ob ich die jemals in ihrem ganzen Umfang zu sehen bekomme? fragt er sich.
“Du machst so ein verklärtes Gesicht”, holt ihn Pflügers Stimme in die Wirklichkeit zurück. “Was ist?”
“Ach, nichts, ich genieße nur die Naturschönheiten.”
Auf der Rückfahrt geht es wieder durch duftende Wiesen über Ostendorf. Es ist Spätnachmittag geworden, die Schatten werden länger, das Sonnenlicht weicher. Während der Fahrt tuscheln die Mädels auf den Rücksitzen angeregt miteinander.
“Halt!” ruft Konstanze plötzlich unvermittelt, als sie gerade Dösingen passieren. “Wir könnten dort drüben in dem Wäldchen doch einen romantischen Spaziergang in der Abenddämmerung machen.”
“Tolle Idee”, pflichtet ihr die Freundin bei. “Habt ihr Jungs eine Decke im Auto, falls wir uns hinsetzen wollen?”

Halt! Mehr wird nicht verraten …. Das Eis schmeckt heute noch so gut wie damals, im Restaurant Café Lechblick, bei der Familie Mauch. Hinzu kommen hausgemachte Torten und Kuchen. Auf jene die es deftig mögen warten ausgezeichnete Schwäbisch-Bayerische Spezialitäten.

Restaurant Café Lechblick
Lechblick 1
86920 Denklingen

www.restaurant-cafe-lechblick.de

Aktionstage „Afrika im Allgäu“ 2010

Aktionstage „Afrika im Allgäu“ finden vom 25.-27.06.2010 zum dritten Mal statt

Kempodium e.V., Untere Eicher Str. 3, 87435 Kempten/Allgäu

Nach dem Erfolg der Veranstaltungen in den beiden vorangegangenen Jahren veranstaltet das Kempodium vom 25. – 27. Juni 2010 zum dritten Mal die Aktionstage „Afrika im Allgäu“:

Diesmal steht Afrika im Allgäu– wie sollte es anders sein in dem Jahr, in dem erstmals eine Fußball-WM auf dem afrikanischen Kontinent stattfindet – ganz im Zeichen des Fußballs: Ausstellung und Podiumsdiskussion widmen sich der Frage, auf welche Weise das Phänomen Fußball die Menschen bewegt – in Afrika und im Allgäu. Und: wird es auch in Südafrika ein Sommermärchen geben?

Afrika im Allgäu 2010Natürlich sind wieder Basar, Ausstellung, Vorträge und Kurzfilme, Trommelkurse, Kinderprogramm, Märchenerzählerin, afrikanischen Speisen und natürlich viel Musik geboten… Sowohl Allgäuer, die in Afrika aktiv sind, als auch im Allgäu lebende Afrikaner beteiligen sich an der Programmgestaltung. Damit stehen der gegenseitige Austausch und die familiäre Atmosphäre im Vordergrund, die bereits in den Vorjahren vielfach gelobt wurden.

Am Samstag Abend findet ein Konzert mit Pamuzinda aus Simbabwe statt. Pamuzinda (bedeutungsgemäß übersetzbar mit “Gefühl von Heimat“) ist eine traditionelle Musik- Tanz- und Theatergruppe, die 1990 von Jugendlichen in Highfield gegründet wurde, einem Stadtteil von Simbabwes Hauptstadt Harare, seit 1995 Partnerstadt von München. Als Vorgruppe tritt back2roots auf.

In der Kino-Woche vom 24.06. bis 30.06.2010 wird im Colosseum Center in Kempten ein afrikanischer Film gezeigt: Ouaga Saga (Französisch mit deutschen Untertiteln) spielt in Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, die gleichzeitig jährlich das größte afrikanische Filmfestival ausrichtet. Und auch im Film träumen die Jungs von der großen Fußballkarriere…

Im Vortragsprogramm berichten Hilfsorganisationen aus dem ganzen Allgäu von ihren Aktivitäten: ob „Hilfe für Afrika“ aus Oberstdorf, die „Aktion LebensTräume“ aus Kronburg, „Ushirika“ aus Ahlen bei Biberach, „ZimRelief“ aus Kaufbeuren oder „gegen Noma“ aus Kempten – alle haben spannende Projekte zu präsentieren.

Programmvorschau:
FREITAG, 25.06.2010
19.00 Uhr: Eröffnungsveranstaltung mit Vernissage der Foto-Ausstellung und Podiumsdiskussion
SAMSTAG, 26.06.2010
11.00 – 23.00 Uhr: Offene Bühne, Basar und Handwerkermarkt, Afrikanische Spezialitäten, Ausstellung, Kinderprogramm, Schnupperkurse in Trommeln und traditionellen Tänzen, Geschichtenerzählerin, Vorträge und Kurzfilme
19.00 Uhr: Konzert mit Pamuzinda. Vorgruppe: back2roots
23.00 Uhr: Party mit afrikanischer Musik: Non-stop-Ndombolo und vieles mehr!
SONNTAG, 27.06.2010
11.00 – 18.00 Uhr: Offene Bühne, Basar und Handwerkermarkt, Afrikanische Spezialitäten, Ausstellung, Kinderprogramm, Schnupperkurse in Trommeln und traditionellen Tänzen, Geschichtenerzählerin, Vorträge und Kurzfilme
Hintergrund der Veranstaltung

Mit Afrika im Allgäu wollen wir…

  • Afrika im Allgäu bekannt machen und den Kontinent in seiner ganzen Vielfalt und als facettenreichen Kulturraum darstellen.
  • Allgäuer, die bislang nichts oder wenig mit Afrika zu tun hatten, für die Besonderheiten des Kontinents interessieren.
  • Allgäuer, die sich schon mit Afrika beschäftigt haben, zusammen bringen und damit engagierten und interessierten Menschen und Organisationen eine Plattform geben, sich zu präsentieren.
  • die eine oder andere überkommene Vorstellung von Afrika auflösen und mit Vorurteilen aufräumen. Wir wollen insbesondere die positiven Seiten von Afrika darstellen.
  • afrikanische Alltagsgeschichten zeigen, dazu gehört auch das Leben von Afrikanern im Allgäu.

Träger und Veranstalter ist das Allgäuer Zentrum für regionale Eigenversorgung (Kempodium e.V.) in Kempten im Allgäu.

Weitere Informationen:
In Internet unter: www.afrika-im-allgaeu.de
Oder bei Karina Rauch, Tel. +49.831.5402130, karina.rauch@afrika-im-allgaeu.de

Nigeria Connection von Peter M. RoeseWer sich näher über Schwarzafrika informieren und gleichzeitig einiges über die Erlebnisse des Protagonisten Marcel im Allgäu erfahren möchte (Kaufbeuren, Bärensee, Kuhstallweiher etc.), der sollte den Afrika-Thriller “Nigeria Connection” von Peter M. Roese lesen (www.rhombos.de Nigeria Connection).