Sonthofen

Die Daten von Sonthofen:
Staat: Deutschland
Bundesland: Bayern
Landkreis: Oberallgäu
Höhe: 750-1100 m ü. NN
Fläche: 46.62 km²
Postleitzahlen: 87527
Vorwahl: 08321
Kfz-Kennzeichen: OA
Internetseite: www.sonthofen.de

Sonthofen ist die Kreisstadt des schwäbischen Landkreises Oberallgäu.
Es liegt am Alpennordrand an den Ufern von Iller und Ostrach, etwa 70 km vom Bodensee und 150 km von München entfernt und gilt als südlichste Stadt Deutschlands. Der Grünten ist der “Hausberg” Sonthofens und wird auch “Wächter des Allgäu” genannt.
Neben dem eigentlichen Stadtgebiet gehört zur Stadt Sonthofen der Ortsteil Altstädten mit Hinang, Beilenberg und Hochweiler,die 1976 eingemeindet wurden, sowie die Orte Binswangen und Berghofen. Weiterhin zur Stadt gehören Winkel, Tiefenbach, Walten, Staig, Breiten, Unterried, Imberg, Hofen, Margarethen und Rieden.
Die Besiedelung der Gegend ist bereits für das 7.Jahrtausend v. Chr. belegt. Funde wie etwa Pfeilspitzen, Keramikscherben und Bronzeschwerter geben hier einen Überblick durch verschiedene antike Epochen. Besichtigt werden können die Funde im Heimatmuseum Sonthofen. Außerdem ist oberhalb von Sonthofen die Fliehburg Entschenburg zusehen, die von der rätischen Urbevölkerung angelegt wurde. Um 250 began der römische Kaiser Decius damit, eine wichtige Handelsroute, die als eine der wenigen nicht von den Alamannen bedroht wird, vom Brenner über den Gaichtpaß nach Sonthofen und weiter bis nach Bregenz auszubauen, die nach ihm benannte Via Decia.
Die Siedlung entwickelte sich im Laufe der nächsten Jahrhunderte zu einem kleinen Dorf oder Weiler, der von einer Adelsfamilie beherrscht wurde. Erst 1122 wird der Ort erstmals genannt und zwar in einer Schenkungurkunde, die der Edle Aribo und seiner Gemahlin Mathild von Wertingen an das Kloster Allerheiligen zu Schaffhausen ausstellen und darin von Kaiser Konrad III. die Schenkung des Allodialgutes zu “Sunthoven” bestättigen laßen.
Auf das Jahr 1335 ist die erste Urkunde datiert, in der sich eine Erwähnung der Pfarre St.Michael findet. Sie ist als Urpfarrei Sonthofens und des Umlandes zu sehen, aus der sich bereits im späten Mittelalter die Pfarreien Tannheim/Tirol (1377), Hindelang (1435) und Burgberg (1803) herauskristalisierten.
Fast 100 Jahre später, 1429 wird Sonthofen zur Stadt erhoben und erhält somit einen jährlichen Markt sowie ein Gericht inklusive Stock und Galgen und noch einmal 100 Jahre später wird Sonthofen 1525 zum Schauplatz des Auftaktes der Bauernkriege in Süddeutschland als bei einer Tagung der Allgäuer Bauernschaft die Bauern ihren Unmut gegen den Landesherren Graf Wolf von Montfort zum Ausdruck bringen.
1724 findet die Grundsteinlegung für das neue Schloß durch den Augsburger Bischof Alexander Sigismund statt, das schon 1727 fertiggestellt wurde und an dessen Zerstörung bei einem Bombardement im Frühjahr 1945 heute eine Gedenktafel neben der heutigen Polizeidienststelle erinnert.
Im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 wurde Sonthofen bayerisches Staatsgebiet und die Verwaltung wurde neu geordnet.
In der 1. Hälfte des 20. Jahrhundert brach ein etwas düsteres Kapitel für Sonhofen an, denn die Führungsspitze der NSDAP wählte die Stadt dazu aus, Standort einer der SS-Ordensburgen zu werden. 1934 begannen die Bauarbeiten an der Ordenburg nach den Entwürfen des Architekten Hermann Giesler, der sich bei der Gestaltung von den alten Ordensburgen des deutschen Ordens im heutigen Polen inspirieren ließ. Die Deutsche Arbeitsfront stellte den Bau bis 1936 fertig, der als Kaderschmiede der Partei und in den letzten Kriegsjahr als Lazarett genutzt wurde.
Der Komplex hatte nach dem Krieg als SS-Ordenburg ausgedient und da er nicht zerstört worden war zog die Französische Armee ein. Später übernahmen die Amerikanischen Streitkräfte die Burg und richteten die zentrale Schulungsstätte der Spezialeinheit US-Constabulary ein.
1956 kam die Bundeswehr in den Besitz der Burg und richtete die bis heute bestehende Ludwig-Beck-Kaserne ein, deren Name sich von Generaloberst Ludwig Beck ableitet, einem Widerstandskämpfer, der an den Anschlägen auf Hitler am 20. Juli 1944 beteiligt war.
Die Bundeswehr baute das Gelände weiter aus und richtete verschiedene Schulen ein, etwa die Schule für Feldjäger- und Stabsdienst der Bundeswehr oder die Sportschule der Bundeswehr, Außenstelle Sonthofen. Der Komplex, der von den Anwohnern und den Soldaten schlicht “Die Burg” genannt wird, steht heute unter Ensembleschutz und kann nach Absprache besichtigt werden.
Die Stadt erholte sich von den Schrecken des zweiten Weltkrieges, durch die weitere Nutzung der ehemaligen Ordenburg als Bundeswehrkaserne wurde ein Grundstock für die regionale Wirtschaft gesichert. 1963 wurde Sonthofen die Bezeichnung “Stadt” zuerkannt. Sie ist heute Teil des Tourismusgebiets Allgäu und bekam 2005 den Titel Alpenstadt des Jahres verliehen.

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