Jungholz
| Die Daten von Jungholz: | |
|---|---|
| Bundesland: | Tirol |
| Höhe: | 1.054 m ü. A. |
| Fläche: | 7 km² |
| Regierungsbezirk: | Reutte (RE) |
| Landkreis: | Oberallgäu |
| Postleitzahl: | 6691 in Österreich 87491 in Deutschland |
| Vorwahl: | 05676 |
| Kfz-Kennzeichen: | RE |
| Internetseite: | www.jungholz.tirol.gv.at |
Jungholz ist eine Gemeinde in Österreich, die durch ihre besondere geografische Lage als österreichische bzw. Tiroler Exklave tituliert wird. Dies rührt daher, da das Gebiet auf dem Landweg lediglich über deutsches Staatsgebiet erreichbar ist, nicht aber über einen Zugang aus Österreich verfügt. Hier ist ein Herankommen nur per Helikopter oder zu Fuß über einen Bergpass, den 1636m hohen Sorgschrofen, möglich. Ansonsten führt eine Landstraße, die B310, über bayerisches Staatsgebiet von Jungholz an Unterjoch und Oberjoch vorbei ins tirolerische Tannheimer Tal. Die exponierte Lage macht den Ort zum deutschen Zollanschlussgebiet, außerdem verfügt er über eine deutsche sowie eine österreichische Postleitzahl und Telefonvorwahl, wobei anzumerken ist, dass die deutschen Nummern abgeschafft werden. Die Einwohner von Jungholz sind zu ca. 50% Deutsche und zu ca. 50% Österreicher.
Historisch gesehen gehört Jungholz bereits seit dem 14. Jh. zu Tirol, es kam aber in den folgenden Jahrhunderten immer wieder zu Grenzstreitigkeiten. 1844 und 1850 kam es zwei mal zu diplomatischen Verhandlungen zwischen dem Königreich Bayern und der österreischischen Regierung in deren Anschluß jeweils verträge unterzeichnet wurden, welche die Zugehörigkeit und Zollangelegenheiten regelten. Nach erneuten Verhandlungen 1868 ist die Gemeinde Jungholz seitdem wirtschaftlich an Bayern gebunden. Zu Beginn des 20.Jh.fing man damit an, das Gebiet touristisch zu erschließen, was zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte; Hotels wurden gebaut, das Wegenetz führ Wanderer ausgebaut und 1948 wurde der erste Skilift eröffnet. Bei den Anstrengungen rund um den Tourismus steht der Familientourismus im Vordergrund. Ein weiterer Wirtschaftszweig, der für die Gemeinde sehr wichtig ist, sind Kapitalgeschäfte. Die bereits erwähnte, exponierte geografische Lage macht den Ort auch heute noch -trotz Wegfall der Zollkontrollen und Inkrafttreten des Schengener Abkommens- zu einem interessanten Platz, um deutsches Kapital anzulegen, gilt hier doch das österreichische Bankgeheimnis. Dies macht Geldanlagen besonders attraktiv, da man so einer prozentual berechneten Einkommens- und Erbschaftssteuer in Deutschland entgehen kann und nur eine Fixsumme an die Österreichische Steuerverwaltung zu zahlen hat.
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