Der Türmer

Der Türmer

Der Türmer

Frankfurt am Beginn des 20. Jahrhunderts. Feuerwehrmann Heinrich Niemann ist der neue Türmer
im Kaiserdom. Eines morgens findet er bei einem Rundgang im Glockenraum die Leiche einer
Frau. Er läuft sofort zum Polizeipräsidium, um seinen Fund zu melden. Als der Türmer in
Begleitung der Polizisten zum Tatort zurückkehrt, ist die Frau jedoch verschwunden. Niemand
glaubt dem Türmer, denn: ohne Leiche – kein Mord. Doch der eigenwillige Feuerwehrmann gibt
nicht auf. Er weiß, was er gesehen hat und ermittelt auf eigene Faust. Schon bald findet er in
Kommissar Schuhmann von der hiesigen Polizei einen Freund und Helfer. Jedoch werden die
beiden Ermittler immer wieder bei ihrer Suche nach dem Mörder behindert. Irgendjemand, mit viel
Einfluss in der Stadt, will um jeden Preis vermeiden, dass der Mord an der unbekannten Frau
aufgeklärt wird …

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Der Gewürzhändler zu Frankfurt

Der Gewürzhändler zu Frankfurt

Der Gewürzhändler zu Frankfurt

Frankfurt Mitte des 18. Jahrhunderts. Arthur ist ein einfacher fahrender Händler entlang
von Main und Rhein, bis ihm ein Unwetter Hab und Gut raubt. Er wird von einem
Flörsheimer Gutsherren gerettet und verliebt sich in dessen Tochter Elisabeth. Nach
einem Streit mit Arthur willigt Elisabeth in die von ihrem Vater arrangierte Hochzeit
mit einem fränkischen Adligen ein. Zu diesem Zeitpunkt ist sie jedoch bereits
schwanger. Als Elisabeths Ehemann von dem Kind erfährt, muss Arthur das Gut
fluchtartig verlassen. Sein Weg führt ihn zurück in seine Geburtsstadt Frankfurt, in der
er den Gewürzhandel erlernt und sich schnell in den Kreisen des gehobenen
Bürgertums etabliert. Als er Elisabeth und den gemeinsamen Sohn aus den Fängen des
Adligen befreit, scheint das Glück perfekt. Doch die Ereignisse nehmen eine Wendung,
die Arthur in sein größtes Abenteuer stürzen: Die Seereise nach Indien.
Erleben Sie die spannenden Abenteuer des Gewürzhändlers Arthur. Gehen Sie mit ihm
auf große Reise und erfahren Sie, welche Unwegsamkeiten ihm auf seiner langen
Odyssee zurück nach Hause widerfahren.

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Die wilden 60er Jahre in Kaufbeuren Teil II von Peter M. Roese

Voll im Beat-Fieber … Impressionen aus der Ranchbar 1966 (II)

“Ja,ja”, bricht Rotgerber das Schweigen, “wenn man sich überlegt, die Mädels in Kaufbeuren haben es doch gut. Sie haben einen riesigen Vorteil: Eine große Auswahl an jungen Männern, die noch dazu, wie im Fall der Technischen Schule der Luftwaffe, immer wieder wechseln. Da hat die holde Weiblichkeit der Qual der Wahl. Da bekommt selbst das scheueste Mauerblümchen eine echte Chance!”
“Die armen Mütter und Väter pubertierender Teenager”, sagt Rossner spöttisch, “die stehen permanent vor dem Herzinfarkt. Zumindest in den Städten ist das so. Auf dem Land ist man – noch – konservativer, da bestimmen das Vereinsleben, die Kirchweih und Umtata-Musik die Freizeit. Aller höchstens Margot Eskens, Freddy Quinn, Peter Alexander, Martin Lauer, Catharina Valent und ähnliche Talente haben da eine Chance.”
“Du kennst ja die dörflichen Gepflogenheiten vom Pegnitztal her, wo deine Eltern wohnen. Ich kann da nicht mitreden, ich bin in der Großstadt aufgewachsen.”
Richtig!”
“Mal gespannt”, fährt Rotgerber fort, “ob die hier nachher wieder einen Film von Woody Woodpecker bringen. Das wäre doch eine Gaudi … dem sein Gelächter …”
“Hähä … hähähä”, intoniert Rossner. “Ja, ja, dieses penetrante Lachen ist legendär.”
Der Woody Woodpecker und die Ranchbar … Welcher Besucher kennt ihn nicht, den Helmspecht mit der Tolle, dem großen, gelben Schnabel, den roten Federn am Kopf, den blauen am Körper und dem weißen Bauch. In den Tanzpausen schwadronieren der Woody, Buzz Buzzard, Andy Panda, Wally Walrus, Gabby Gator und andere flimmernd über die Leinwand.
“Obwohl diese Cartoon-Figur bereits in den 40er Jahren von Walter Lantz kreiert wurde”, erklärt Rossner seinem Gegenüber, “passt der Specht wegen seines verrückten, chaotischen Auftretens und seiner Penetranz ganz gut in die neuen Zeiten.”
“Da hast du nicht unrecht”, sagt Rotgerber, seinen Gesprächspartner erstaunt anblickend, “darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht.”
Der Diskjokey räuspert sich, und schon geht es los.
“Leute macht euch auf zum Schwofen”, ertönt eine männliche Stimme hinter ihnen. Das ist garantiert ein Nordlicht!
Die Lautsprecher wummern, als ‘Twist and shout …’ von den Beatles ertönt. Dann folgt ‘Wolly Bully …’ von Sam The Sham and the Pharaoes. Die Stimmung ist heute schon am frühen Abend gut, und so füllt sich die Tanzfläche schnell mit zuckenden, stampfenden Gestalten, da grölt bei letzterem Song ein hingerissener Gast übermütig: “Volle Pulle!” Schlagartig blicken die Söhne des Besitzers der Ranch forschend mit angespannten Mienen in jene Richtung, aus der der Ruf erschallte. Die Frau Mama, die heute auch anwesend ist, wird ebenfalls aufmerksam. Die jungen Männer sind geübt darin mögliche Unruhestifter rasch auszumachen, und auf dezente Weise aus dem Verkehr zu ziehen. Ein Hausverbot wiegt schwer, denn ein vergleichbares Tanzlokal gibt es weit und breit nicht. Ein Hauch sonniges California kommt in die Ranch, als der Diskjockey ‘Iget around …’ von den Beach Boys auflegt.
Wie es der Zufall will treffen die von Rossner und seinem Bekannten erwarteten Grazien fast gleichzeitig ein. Da geht es erst einmal ohne Umschweife auf die Tanzfläche.
Dort hat sich die Situation schlagartig geändert, denn der Diskjokey hat eine langsamere Platte aufgelegt, so zum an schleichen. Da herrscht auf der Nahkampfdiele nicht ganz soviel Gedränge, denn das ist was für Paare die schon etwas miteinander haben oder Mädels die einen ’süßen Boy’ gleich fest an sich binden wollen. Da schmalzen Sonny & Cher ‘I got jou babe …’
Die manchmal kokette, nun zärtlichkeitsbedürftige Denise hat ihre Arme um Rossners Nacken geschlungen, ihr Kopf ruht auf seiner rechten Schulter. Was duftet ihr samtweiches Haar … leicht wie eine Feder ist sie … Ach, was ist er doch verknallt!
“Das war so eine richtige Schmuserunde”, haucht sie ihm seufzend ins Ohr, als Sonny & Cher ihren Song beenden: “Iiii gooot youuu babe ….”

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Der Text stammt aus dem Manuskript “Allgäu Sixties”, von Peter M. Roese

Teil I

Wo sind die 60er-Fans, die einen Kommentar über ihre Erlebnisse rund um die Ranchbar schreiben wollen?

Die wilden 60er Jahre in Kaufbeuren von Peter M. Roese

Voll im Beat-Fieber … Impressionen aus der Ranchbar 1966 (I)

Nun ist es richtig ausgebrochen, das Beat-Fieber. Musik wird zur Waffe des Friedens! Ulkig, da gibt es doch dieses alte Sprichwort: ‘Wo man singt da lass dich ruhig nieder, denn böse Mensch kennen keine Lieder …’ Das stimmt natürlich auch nicht ganz, denn die bösen Kommunisten zum Beispiel haben ihre ‘Internationale’ – ‘Völker hört die Signale, auf zum letzten Gefecht …’
Die Ranchbar in Kaufbeuren, kurz Ranch genannt … dieser Tempel der neuen, beglückenden Musik … Manche nennen das Tanzlokal, nahe der Spittelmühlkreuzung an der Gutenbergstraße, Beatschuppen, Preßluftschuppen und so weiter. Das ist aber beileibe nicht verächtlich gemeint, sondern eher durch einen liebevollen Unterton untermalt. Für junge Mädchen, vom Beat-Virus befallen, bedeutet es höchste Erfüllung, wenn sie endlich, endlich in die Ranchbar dürfen, selbst wenn es nur bis 22 oder 23 Uhr ist. Außerdem ist extra für die Küken am Sonntagnachmittag Tanz angesagt. Wenn die Eltern getäuscht werden sollen, kommen die Mädels ungeschminkt von zu Hause. Dann geht es in der Ranch erst einmal auf die Toilette, um sich zu schminken. Wenn sie dann wieder raus kommen wundert sich mancher von den Jungs: Ist das jetzt die, mit der ich gekommen bin, oder die große Schwester? Die Ranch … das ist schon was, denn an den verruchten Ringkeller zum Beispiel dürfen vor allem die Mädels nur in ihren geheimsten Träumen denken.
Mögen die jungen Leute glücklich sein, die alten Spießer sind es nicht. Es ist ungeheuerlich! Was ist nur aus der wohlgeordneten Nachkriegsgesellschaft geworden? Nicht nur die Spießer sind schockiert. Für manche scheint schon der Moment des Unterganges des Abendlandes gekommen zu sein …
Die aufmüpfige Jugend ist über alle Ländergrenzen hinweg durch die neue Musik miteinander verbunden – zumindest im Westen offiziell. Da gibt es langhaarige Sänger und auch ein paar Sängerinnen, in unmöglichen Klamotten, die offen ihre Meinung in alle Welt hinausposaunen – und … auch Sexuelles. Und die Mädchen und jungen Frauen singen da auch noch mit! Beim Twist produzieren sich manche Mädels, vor allem diejenigen die es sich leisten können, gar als Tittenwacklerinnen.

So sieht die Ranchbar (später Stachus) heute aus. Wie lange wird dieses geschichtsträchtige Gebäude wohl noch stehen?
Fotos von Rainy Roese

Rossner wartet in der Ranchbar mit klopfendem Herzen auf Denise, dieses entzückende, petite Wesen, das er kürzlich hier kennen gelernt hat. Wie eine Elfe aus dem Feenreich kommt sie ihm vor. Sie ist in einem Internat am Ammersee, kommt aber meist am Wochenende nach Kaufbeuren, da die Eltern in der Bundeswehrsiedlung an der Apfeltranger Straße wohnen. Der Vater ist nämlich beim Bund.
“Grüß’ dich, wie geht’s?” vernimmt Rossner neben sich die sonore Stimme von Rotgerber. Der stammt ursprünglich aus Nürnberg und ist nach seiner Bundeswehrzeit in Kaufbeuren hängen geblieben. Er war am Fliegerhorst Memmingerberg, beim Jagdbombergeschwader 34. Der Grund warum er letztendlich in Kaufbeuren gelandet ist führt den Namen Manuela.
“Mir geht es gut”, antwortet Rossner. “Wo hast du denn deine Manuela gelassen?”
“Keine Sorge, die kommt schon noch, die ist kurz bei einer Tante. Du weißt ja wie gerne sie tanzt.”
“Setz’ dich doch her”, fordert Rossner ihn auf, “ich lade dich zu einem Bierchen ein. Ich warte nämlich auch auf eine junge Dame.”
“Ist das die mit der du am vergangenen Samstag so eng umschlungen getanzt hast?”
“Ja, genau die.”
“Die schaut aber entzückend aus. In die könnte ich mich auch glatt verknallen.”
“Lass das bloß deine Manuela nicht hören.”
Da müssen sie beide lachen …
Nachdem er einen Schluck Bier getrunken hat sieht Rossner sich um. Die Beleuchtung ist schummrig. Die umfangreiche rechteckige Tanzfläche ist von Tischen umrahmt, die bereits besetzt sind, und zeigt mit der Schmalseite Richtung Eingangstüre. Auf der gegenüberliegenden Seite der Tanzfläche residiert der König der runden, schwarzen Scheiben, der Diskjockey, mit seinen Geräten. Da blinken in der Dunkelheit geheimnisvoll verschiedenfarbige Lämpchen und Anzeigen, fast wie im Cockpit eines Flugzeuges. Dahinter befindet sich ein Podest , auf dem Stühle und Tische stehen , von denen erst einige besetzt sind. Die große Theke mit Bar ist rechter Hand eingebaut.
Langsam füllt sich das Lokal. die Mädels sind schick angezogen, in Kleidern mit klaren Linien, tragen meist gestylte, toupierte Haarfrisuren, manche mit ‘Herrenwinkern’. Aber auch Farah-Diba-Bienenkorb-Frisuren, Brigitte-Bardot-Frisuren und vereinzelte Pferdeschwänze sind zu sehen. Glatte, lange Haare sind jedoch nach wie vor ‘in’. Und dann die langen, angeklebten Wimpern … Die jungen Männer schauen dagegen eher aus wie graue Mäuse, im Anzug und Krawatte, mit bravem, kurzen Haarschnitt. Nur ab und zu sieht man eine Elvis-Tolle oder einen Pilzkopf.

Der Text stammt aus dem Manuskript “Allgäu Sixties”, von Peter M. Roese

Interessiert wie’s weitergeht? Fortsetzung folgt bald …

Teil II

Wo sind die 60er-Fans, die einen Kommentar über ihre Erlebnisse rund um die Ranchbar schreiben wollen?

Kaufbeuren – Alte Stadt in neuem Licht

Herausgegeben von Jürgen Kraus
Fotos von Mathias Wild
Format 23 x 28 cm, 128 Seiten, Vierfarbdruck
ISBN 978-3-934509-88-7, 19,50 Euro

Dieser Bildband über die Stadt Kaufbeuren führt mit Vorbedacht den Untertitel „Alte Stadt in neuem Licht“. Er beschränkt sich nicht allein auf das Zugängliche und Sichtbare, sondern vermittelt auch Einsicht in das geheimnisvolle Innenleben einer Stadt. Besuchern Kaufbeurens soll er zum Wegweiser einer Begegnung werden.

Für die Bürger Kaufbeurens bietet er überraschende Einblicke in ihren Lebensraum. Die Bilder werden von kurzen Texten begleitet. In der Art historischer Schlaglichter stellen sie eine Verbindung zu Kaufbeurens Geschichte her. Damit lässt sich auf unterhaltsame Weise das Wissen über die Eigenarten einer alten Stadt vertiefen.

Einen „behutsam vermittelten Einblick“ in die Wertachstadt gewährt der neue Kaufbeuren- Bildband. Herausgeber Jürgen Kraus hat schöne, interessante, aber auch unbekannte Ansichten der Stadt von Mathias Wild mit fundierten, kurzen Texten zahlreicher Kaufbeuren-Experten zusammengebracht. Dabei sind auch nicht zugängliche, aber dennoch reizvolle Winkel der Stadt abgelichtet worden. So entstand ein Band „für Betrachter, Leser und Neugierige“.

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Quelle: BAUER-VERLAG GmbH

Manuskript “Allgäu Sixties” Teil 7

Peter M. Roese Peter M.Roese und sein Manuskript “Allgäu Sixties”

Die turbulenten 60er Jahre in Kaufbeuren, Teil 7

Verweilen wir gerade noch einen kurzen Moment beim Kuhstallweiher …

… Als Karin einmal in einem schneeweißen Bikini, auf den sie besonders stolz war, ins Wasser ging und anschließend wieder herauskam, traf sie fast der Schlag, denn das schicke, wenn auch knappe Kleidungsstück hatte eine braune Färbung angenommen, die nie wieder heraus ging. Da war die kurz zuvor so stolze Trägerin natürlich stocksauer!

So, jetzt geht es weiter …

“Menschenskind”, murmelt Rossner, “was habe ich doch für ein Dusel gehabt, ausgerechnet in dieser herrlichen Ecke der Republik zu landen. Das hätte ich nie erwartet.”
Da hat er recht, denn wird das Allgäu erwähnt, denkt man dabei wohl weniger an die Luftwaffe. Da kommen einem eher sanfte Hügel mit sattgrünen Weiden in den Sinn, auf denen sich braune Kühe tummeln, deren Glocken melodisch bimmeln. Gesteigert werden die Eindrücke noch durch Berge, Wälder, Seen, Flüsse und Bäche, und heimelige Dörfer, die sich vertrauensvoll um teils mächtige Gotteshäuser scharen, an verstreut liegende rustikale Bauernhöfe mit üppiger Blumenpracht auf den Balkonen und immer mal wieder eine Kapelle oder hier und dort ein Marterl. Ach ja, so mancher Besucher fragt sich, wo denn diese hübschen, sanftäugig dreinblickenden Kühe eigentlich herkommen. Ganz einfach: Die stammen ursprünglich aus den Tälern der östlichen Schweiz. Aber um wieder auf die Luftwaffe zurückzukommen … Hand auf’s Herz, es müßte doch einfach berauschend für einen Piloten sein, im Tiefflug über diese herrliche Landschaft hinweg zu donnern! Nur ist das leider nicht erlaubt …

Nach dem Frühstück und der körperlichen Reinigung beschließt Rossner, im Moospflänzchen ein wenig Ordnung zu machen und Mao und Lumumba mit neuen Kupplungsscheiben und Panzerplatten zu versorgen. Das ist sozusagen deren Leib- und Magenspeise. Halt, halt! Moospflänzchen … Mao und Lumumba…. Kupplungsscheiben und Panzerplatten … Ja, was um Himmelswillen ist denn daaas? Des Rätsels Lösung ist ganz einfach: Mao ist eine weiße Maus mit roten Augen, Lumumba eine schwarze Maus mit schwarzen Augen. Die possierlichen Tierchen fressen gerne das runde Vollkornbrot in der Dose, eben die Kupplungsscheiben und diese harten Bisquits, deswegen Panzerplatten, die fürchterlich aufquellen, wenn man sie in Wasser legt. Diese beiden Lebensmittel sind sozusagen der eiserne Grundstock der eisernen Ration, die den Soldaten im Feld vor dem Verhungern bewahren soll. Da kann man nur sagen: Guten Appetit! Und wo wohnen die beiden Mäuse? Natürlich im Moospflänzchen! Und das Moospflänzchen ist ein betagter VW-Bus!

In der nächsten Folge verläßt unser Protagonist den Fliegerhorst, und strebt zivilen Gefilden zu …

(Fortsetzung folgt …)

Beitrag von Peter M. Roese

Allgäu Sixties Teil 1

Allgäu Sixties Teil 2

Allgäu Sixties Teil 3

Allgäu Sixties Teil 4

Allgäu Sixties Teil 5

Allgäu Sixties Teil 6

Manuskript “Allgäu Sixties” Teil 6

Peter M. Roese Peter M.Roese und sein Manuskript “Allgäu Sixties”

Die turbulenten 60er Jahre in Kaufbeuren, Teil 6

Endlich geht es weiter mit dem Bärensee …

Vor allem an den Wochenenden, im Frühjahr und Sommer, wenn die Sonne vom Himmel lacht, sind die lauschigen Plätzchen heiß begehrt. Der Besuch des ‘Liebesgrundes’ bereitet aber langfristig gesehen nicht unbedingt ausschließlich Freuden, sieht man einmal von ungewollten Schwangerschaften ab, wie zum Beispiel der Gefreite Schäfer nach einem Schäferstündchen zu seinem Leidwesen schmerzlich erfahren mußte. Der hatte sich vergangenes Jahr im Hochsommer mit seiner Flamme aus dem Schwesternheim in die Büsche verdrückt, und beide waren nach allerlei akrobatischen Liebesübungen erschöpft eingeschlafen. Er lag auf dem Bauch, die Sonne brannte unbarmherzig vom Himmel herab. Drei Stunden nach dem Schäferstündchen wachte Schäfer wieder auf und hatte einen mordsmäßigen Sonnenbrand auf seinem Rücken und vor allem auf seinem normalerweise lichtscheuen Allerwertesten. Die höllischen Schmerzen trieben ihn am Montag darauf sogar ins Krankenrevier.
“Rot wie ein Pavianhintern schaut das aus”, stellte der Oberstabsarzt, der ihn behandelte, fest. “Es scheint also doch zu stimmen, daß der Mensch vom Affen abstammt”, fügte er feixend hinzu.
Dann machte er doch glatt den Vorschlag, den angekokelten Schäfer als Demonstrationsobjekt für den ABC-Unterricht bei den Einheiten am Fliegerhorst herum zureichen, damit jeder drastisch sehen konnte, wie Leute nach einem Atombombenangriff aussehen – zumindest von hinten. Der Geschädigte wehrte sich jedoch vehement gegen diese Ehre. Selbst ein, zwei Tage Sonderurlaub konnten ihn nicht umstimmen.
Das Übelste für den Gefreiten Schäfer war, daß er mehrere Tage nicht auf seinem Allerwertesten sitzen konnte. Seine Flamme ließ sich angeblich ihren versengten Busen vom Hausarzt behandeln. Die Frage stellt sich, was war wohl unangenehmer? Oder besser noch, was wäre wohl gewesen, wenn der Schäfer auf dem Rücken gelegen hätte? Da wäre es sicher für einige Zeit mit den Liebesfreuden ganz vorbei gewesen.
Immer noch schmunzelnd schnappt sich Rossner seinen olivgrünen Kulturbeutel und das ebenfalls olivgrüne Handtuch und schlendert zum Waschraum. Dort herrscht gähnende Leere: Die anderen werden wohl wieder in ihre Betten gekrochen sein. Während er seinen Stoppelbart abkratzt, kommt er nochmals auf die Badegelegenheiten zurück. Es existieren eine Reihe weiterer populärer Badeseen in der Umgebung, wie zum Beispiel der Ettwieser Weiher und der Kuhstallweiher. Rossner schüttelt den Kopf … Was für ein Name! Während am Ettwieser Weiher einige Umkleidekabinen und weitere Einrichtungen vorhanden sind, hat der Kuhstallweiher außer zwei Holzstegen, von denen aus man ins Wasser springen kann, keinerlei weiteren Komfort zu bieten, von der lieblichen Landschaft abgesehen. Bemerkenswert ist der Kuhstallweiher deshalb, weil er in einem Moorgebiet liegt. Da kann man herrliche Schlammschlachten veranstalten oder Moorpackungen nehmen. Für die Jungs war es ein lustiger Zeitvertreib, die Mädels mit schwarzem Schlamm zu bewerfen. Da ging schon mal die eine oder andere toll gestylte Frisur flöten. Es folgten Gezeter und böse Worte, und als Ergebnis ging manche Liebschaft zu Bruch. Das Wasser war im Grunde genommen nichts weiter als eine dunkelbraune bis schwarze Brühe …

So, das war’s für heute. Die Fortsetzung beginnt mit Reflektionen auf das Allgäu …

Beitrag von Peter M. Roese

(Fortsetzung folgt …)

Allgäu Sixties Teil 1

Allgäu Sixties Teil 2

Allgäu Sixties Teil 3

Allgäu Sixties Teil 4

Allgäu Sixties Teil 5

Allgäu Sixties Teil 7

Manuskript “Allgäu Sixties” Teil 5

Peter M. RoesePeter M.Roese und sein Manuskript “Allgäu Sixties”

Die turbulenten 60er Jahre in Kaufbeuren, Teil 5

So, jetzt erfährt der Leser wie das mit dem turbulenten Sonntagmorgen in der Kaserne ausging. Es beginnt mit der Aussage des GvD …

“I hens dem Uffz gsagt, daß er ruhig sei soll”, beteuert der schwitzende kleine, dicke Schwabe angstschlotternd, “aber der het ja net auf mi ghört, des müsset ihr mit glaube.”
Die Anwesenden zeigen tatsächlich vollstes Verständnis, denn einem Gefreiten, zumal einem Wehrpflichtigen kurz vor dem Abgang, nimmt man unbesehen ab, daß er nicht dienstgeil ist. Dem würde es auch niemals im Traum einfallen müde Krieger, die ihren ‘beauty sleep’ dringend benötigen, am Wochenende frühzeitig oder überhaupt zu wecken.
“Gefreiter Häberle nehmen Sie sich einen Stuhl und postieren Sie sich vor dem UvD-Zimmer”, empfiehlt der Oberfeldwebel. “Schließlich ist Dienst, Dienst und Schnaps, Schnaps.”
Da fängt Rossner unvermittelt zu lachen an. Die Umstehenden blicken ihn erstaunt an. “Ja, ja, unser dienstgeiler UvD … Da muß ich an den Typen von der Marine denken, der mir in Bremen die Geschichte von einem UvD erzählte.” Er hält inne. “Oder heißt das bei denen Maat vom Dienst? Na ja, egal, auf seinem Kahn weckte er die Kameraden jedenfalls mit folgendem Spruch: ‘Kommt hoch, kommt hoch, ihr müden Leiber, die Pier steht voller nackter Weiber.’ Da soll ein Witzbold lautstark geantwortet haben: ‘Der UvD der hat gelogen, die Weiber sind doch angezogen!’ Ja, so oder ähnlich war das.”
Da ist das Gelächter groß … Nach einer Weile gehen Sie auseinander …

Rossner kehrt zurück in seine Stube und macht sich ans Frühstück …
Während er die geräucherten Würste akribisch in dünne Scheibchen schneidet und auf das Butterbrot legt, sagt er halblaut vor sich hin: “Ich kann mir eigentlich Zeit lassen, wir treffen uns ja erst um Zwei heute Nachmittag am Mäuerchen, an der Kreuzung gegenüber dem Ringcafé. Mal sehen was wir unternehmen. Vielleicht könnte man zum Bärensee wandern.”
Der Bärensee … Ein Lächeln huscht über sein Gesicht. Der Bärensee mit den ihn umgebenden Wäldern und Buschgruppen ist nicht nur ein beliebtes Badeziel, sondern hat sich im Laufe der Jahrzehnte auch zu einer Art Spielwiese für Liebespärchen entwickelt.Man könnte dieses herrliche Fleckchen Erde mit Fug und Recht ‘Liebesgrund’ taufen. Möglicherweise hatte die Stadt die rasante Bevölkerungszunahme nicht nur den Flüchtlingen zu verdanken, sondern auch den Aktivitäten der Soldaten im ‘Liebesgrund’? Das wäre doch mal ein lohnendes Thema für Heimatforscher, ja eventuell auch für Ethnologen und Anthropologen. Ja, man könnte sich sogar eine Doktorarbeit darüber vorstellen. Hier ein Vorschlag für den Titel: ‘Der stimulierende Einfluß der der Biosphäre ‘Liebesgrund’ auf die Höhe der Population in benachbarten Gemeinden.’ Rossner lacht in sich hinein …

Was geschieht denn da am Bärensee? Mehr darüber bald …

Beitrag von Peter M. Roese

(Fortsetzung folgt ….)

Allgäu Sixties Teil 1

Allgäu Sixties Teil 2

Allgäu Sixties Teil 3

Allgäu Sixties Teil 4

Allgäu Sixties Teil 6

Allgäu Sixties Teil 7

Manuskript “Allgäu Sixties” Teil 4

Peter M. RoesePeter M. Roese und sein Manuskript “Allgäu Sixties”

Die turbulenten 60er Jahre in Kaufbeuren, Teil 4

Nun kommt eine nette Episode aus dem Kasernenalltag … nein, von einem Sonntagmorgen …

Rossner schreckt hoch. Der schrille Klang einer Trillerpfeife zerreißt urplötzlich die morgentliche Stille. Anschließend schallt eine sonore Stimme durch die Flure: “Staaaaffel aaaaufstehen!” ertönt es. Ja, was ist denn daaas? Sind etwa die Riussen im Anmarsch? Rossner eilt zur Türe und reißt sie auf. Und wieder ertönt dieses penetrante Trillern der Pfeife, gefolgt von dem Ruf: “Staaaaffel aaaufstehen!” Der Verursacher des Krawalls steht in makelloser Uniform und glänzenden Knobelbechern, pardon, Kampfstiefeln, breitbeinig, die Hände in die Hüften gestemmt, auf dem Flur. Es ist der schneidige Supersoldat, der ehemalige Angehörige des Heeeres, der erst kürzlich bei Ihnen eintrudelte. Gerade setzt er an um offensichtlich nochmals zu trillern und zu rufen. Bevor er jedoch dazu kommt bleibt ihm das Wort im Hals stecken, und die Trillerpfeife entgleitet vor Schreck seiner kraftlosen Hand, denn er sieht sich unvermittelt von einem halben Dutzend halbbekleideter mordlüstig dreinblickender Männer umringt, die Anstalten machen ihn zu lynchen. Ein unverheirateter Oberfeldwebel der in der Kaserne wohnt packt den Ruhestörer unsanft am Kragen und befördert ihn ins UvD-Zimmer.
Mit der Drohung: “Laß’ dich bloß nicht mehr blicken, du Blödmann, sonst gibt’s gewaltigen Ärger”, schließt er die Türe hinter ihm zu.
“Jawohl, sperr’s Pfeiferl ei”, kräht der blonde Stuffz aus München. Er ist ausnahmsweise am Wochenende hier, weil er Zoff mit seiner Braut hat. Ja, ja, da wird der Fliegerhorst ein Hort des sicheren Asyls.
“Das ist doch dieser Supermilitär”, äußert sich ein anderer, “der sich vom Heer zu uns hat versetzen lassen, weil ihm die Luftwaffenuniform besser gefällt.”
“Also, ob das den Tatsachen entspricht …?” zweifelt wiederum ein anderer der Anwesenden.
Da taucht der GvD auf. Das ist der Gefreite vom Dienst, sozusagen der Adjudant des UvD. Er gehört zu den alten Hasen der Einheit und steht kurz vor der Rückkehr ins Zivilleben. Sicherheitshalber hatte er sich auf die Toilette verdrückt, nachdem er den UvD vergeblich händeringend darum bat, von dem unziemlichen frühmorgentlichen Weckruf abzusehen. Er schaut lustg aus, der GvD, mit dem Stahlhelm, der auf seinem dicken, runden Klößer thront.

So, jetzt reicht es erst einmal für den Moment. Aber keine Sorge, der interessierte Leser erfährt in der Fortsetzung was weiter passiert. Danach geht es aber dann tatsächlich in zivile Gefilde …

Beitrag von Peter M. Roese

(Fortsetzung folgt …)

Allgäu Sixties Teil 1

Allgäu Sixties Teil 2

Allgäu Sixties Teil 3

Allgäu Sixties Teil 5

Allgäu Sixties Teil 6

Allgäu Sixties Teil 7

Manuskript “Allgäu Sixties” Teil 3

Peter M. RoesePeter M. Roese und sein Manuskript “Allgäu Sixties”

Die turbulenten 60er Jahre in Kaufbeuren, Teil 3

Verweilen wir noch etwas auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren, diesem erstaunlichen (militärischen) Fleckchen Erde …

Rossner streckt sich, atmet tief durch und füllt seine Lungen mit dem balsamischen Lebenselexier. Es ist ein Bild des Friedens, das sich dem Betrachter darbietet … Ein Bild des Friedens? In einer Bundeswehrkaserne? Oh Wunder! Aber es ist tatsächlich so! Das Gebäude aus dem Rossner auf das friedliche Bild blickt, steht, wie gesagt, auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren Mit der Bezeichnung Fliegerhorst, Abkürzung FlgH, hatten die sonst wirlikch nicht zu poetischen Ergüssen neigenden Militärs das richtige Wort getroffen, denn wie ein Adlerhorst thront die Kaserne mit der Start- und Landebahn über dem heimeligen alten Städtchen zu seinen Füßen.Von der Rollbahn des Militärflughafens kann man sich mit etwas Phantasie wie mit den Schwingen eines Adlers in die Lüfte erheben. Und was erblickt das Adlerauge vor sich? Da liegt das atemberaubende Panorama der Alpen – schönes Wetter natürlich vorausgesetzt. Rechter und linker Hand erstrecken sich die sanften Hügel des Voralpenlandes. Zweifellos verdient diese militärische Einrichtung das Prädikat ’schönster Fliegerhorst der Bundesrepublik’.
Im Gegensatz zu vielen anderen Etablissements dieser Art, die weitab von jeglicher Zivilisation liegen, gelangt der tatendurstige Krieger vom hiesigen Fliegerhorst über den steilen Obergefreitenschnellweg binnen weniger Minuten hinab in die Stadt. Der Rückweg mag sich allerdings, vor allem in der Dunkelheit, für einen nicht mehr nüchteren Kameraden schwierig gestalten, da ist schon mancher auf allen Vieren raufgekrabbelt. Wenn der Druck auf die Blase unterwegs zu stark wurde, konnte man in die Büsche bieseln, von denen herrscht hier kein Mangel.

Das nächste Mal kommt noch ein wenig über das Militär, bevor wir uns zivilen Gefilden zuwenden …

Beitrag von Peter M. Roese

(Fortsetzun folgt …)

Allgäu Sixties Teil 1

Allgäu Sixties Teil 2

Allgäu Sixties Teil 4

Allgäu Sixties Teil 5

Allgäu Sixties Teil 6

Allgäu Sixties Teil 7