Erstellt am 16.06.2010 09:54 Uhr in Bücher mit keinem Kommentar
Schlagworte Allgäu, Gasthof Weißes Röss'l, Kaufbeuren, Peter M. Roese
Peter M. Roese und sein Manuskript “Allgäu Sixties”
Impressionen aus dem Jahr 1967 … Fahrstunden bei der Bundeswehr … Gasthof Weißes Röss’l in Leinau …
Hier eine Szene aus dem Jahr 1967, als der Protagonist Rossner zusammen mit einigen Kameraden vom Fliegerhorst Kaufbeuren Fahrstunden absolviert …

Weißes Röss'l
Sie kommen am Freitagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein auf der B 16 von einer Fahrschulfahrt aus Memmingen, Mindelheim und Bad Wörishofen zurück.
“Männer”, sagt der Fahrlehrer Feldwebel Meisner als sie durch Pforzen fahren, “wir machen diesmal unsere Pause im Weißen Röss’l in Leinau. Uffz Schaller fährt uns anschließend hoch zum Fliegerhorst. Er muß diesmal in den sauren Apfel beißen und darf keinen Alkohol trinken. In den Gasthof kommen übrigens immer mal Leute aus München, die in der Wertach angeln. Die stolzen Petrijünger lassen dann ihre Beute von der Wirtin des Weißen Röss’l braten. Auch Gablonzer kommen gerne her.”
Sie erreichen die Kreuzung die rechts nach Irsee und links nach Leinau und Neugablonz führt. Rossner, der gerade am Steeuer sitzt, biegt nach Leinau ab und fährt über die Wertachbrücke. Nach wenigen Minuten sind sie am Ziel angelangt. Rossner läßt den Munga ausrollen. Die Soldaten steigen aus und lassen sich in dem kleinen Biergarten an einem der Holztische nieder.
Am Nachbartisch sitzen vier gestandene Mannsbilder, der fünfte ist ein Krischperl, wie man im Allgäu und anderen Gegenden Süddeutschlands so schön sagt, eben ein Mann von kleiner, schmächtiger Statur. Es scheinen Einheimische zu sein, Leinauer Bauern, die in ein Kartenspiel vertieft sind. Das Krischperl stänkert die ganze Zeit herum. Rossner vernimmt schmunzelnd was sich da am Nachbartisch tut.
“Du wenn jetzt it bald schtill bisch, verhau i di”, warnt einer der Mitspieler den Störenfried.
“Dann flack i na, und na kasch zala”, antwortet der Schmächtige vorwitzig.
Da steht der Mitspieler der ihn gewarnt hatte auf, hebt das Krischperl hoch in die Luft, schüttelt ihn kräftig, und setzt ihn wieder auf seinen Stuhl. Anschließend fordert er ihn auf: “So und jetzt kasch saga was des koschd!”
“Schüttla koschd nix”, versichert das Krischperl kleinlaut.
Danach kehrt Ruhe ein, und das Kartenspiel kann fortgesetzt werden. Die Soldaten machen sich über die bestellten Brotzeiten her.
Soweit ein Ausschnitt aus dem Manuskript. Die Inhaberin des Gasthofes Weißes Röss’l, Angelika Seidl, führt die Tradition des Hauses fort, mit guter, alter Hausmannskost wie verschiedene Braten, Schnitzel, Rouladen und Brotzeiten.
Gasthof Weißes Röss’l
Dorfstraße 25
87666 Leinau
www.weisses-roessl-leinau.de
Erstellt am 15.06.2010 09:57 Uhr in News mit keinem Kommentar
Schlagworte Allgäu, LAG, LandZunge, Naturerlebniszentrum Allgäuer Alpen, NEZ, Oberallgäu, Projekt, Regionalentwicklung
Entscheidungsgremium der LAG Regionalentwicklung Oberallgäu gibt grünes Licht für zwei neue Projekte
Das Entscheidungsgremium der LEADER Aktionsgruppe (LAG) Regionalentwicklung Oberallgäu e.V. hat zwei weitere Projekte für die Förderung über das LEADER-Programm der Europäischen Union empfohlen. In der aktuellen Förderperiode 2007-13 ist bislang ein Fördervolumen in Höhe von rund 1 Mio. Euro für insgesamt 20 Projekte – darunter 11 gebietsübergreifende Kooperationsprojekte – bewilligt worden.
Das Projekt Naturerlebniszentrum Allgäuer Alpen (NEZ) präsentierten Projektleiter Siegfried Zengerle von der Stadt Immenstadt und Ideengeberin Julia Wehnert vom Bund Naturschutz. Das Vorhaben war bereits beim Ideenwettbewerb Regionalentwicklung „Neue Ideen für’s Allgäu 2006/07“ ausgezeichnet worden und ist als eines der Hauptprojekte im Regionalen Entwicklungskonzept (REK) für das Oberallgäu enthalten. Das Naturerlebniszentrum soll im geplanten AlpSeeHaus in Bühl am Alpsee angesiedelt werden und ist als Umweltbildungseinrichtung konzipiert. Entsprechende Umweltbildungs-Angebote sollen gebündelt bzw. in einem Aktionsraum oder einer Naturwerkstatt vom NEZ selbst angeboten werden. Die Kosten sind mit rund 280.000 € für den Aufbau und Betrieb des NEZ in den ersten drei Jahren veranschlagt, dafür sollen 140.000 Euro an Fördermitteln beantragt werden.
Der Aufbau des Projektes LandZunge, das sich der Verwendung von regionalen Produkten in der Gastronomie verschrieben hat, war bereits in der vorherigen Förderphase über das LEADER-Programm gefördert worden. Rund 80 Gasthöfe aus Oberschwaben und dem Bayerischen sowie Württembergischen Allgäu gehören dem Netzwerk inzwischen an. Josef Ellgass, selbst Wirt und einer der Geschäftsführer der LandZunge GbR, beschrieb eine Qualitätssicherung auf Seiten der Gastronomie als die nun vorrangige Herausforderung. Drei Bausteine sollen dazu beitragen: Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen für LandZunge-Gastronomen und –Mitarbeiter, ein LandZunge Handbuch und ein „LandZunge-Schrank“ mit regionalen Produkten für die Gastronomie-Betriebe. Insgesamt wird die Umsetzung dieses Kooperationsprojektes 40.400 € in Anspruch nehmen, rund 22.000 € sollen über Fördergelder aus PLENUM (einem Landesprogramm aus Baden-Württemberg) und LEADER bereitgestellt werden
Das Gremium befürwortete die beiden Projekte jeweils einstimmig.
Über zwei weitere Vorhaben berichtete Geschäftsführerin Dr. Sabine Weizenegger: Der „Flussraum Iller“ soll durch diverse Aktivitäten in Wert gesetzt werden, aus dem Ostallgäu kommt eine Initiative für ein Projekt „Wertach erleben“. Beide Vorhaben sind derzeit noch in der Entwicklungsphase, so dass es sich um eine Information des Gremiums handelte und kein Beschluss anstand. Bgm. Heribert Kammel, 1. Vorsitzender der LAG, legt Wert darauf, dass in der Regionalentwicklung „nicht nur Fördermittel verteilt, sondern aktiv und kreativ Projekte gestaltet und initiiert werden.“ In der Konzeptionsphase können Anregungen und Ideen noch aufgegriffen werden und sind willkommen.
Die Sitzung fand im Bergbauernmuseum in Immenstadt-Diepolz statt, wo die Mitglieder des Gremiums vorab das im Bergbauernmuseum angesiedelte Projekt „Zeitreise“ besucht hatten, das ebenfalls mit Fördermitteln aus dem LEADER-Programm unterstützt worden war. Bei der „Zeitreise“ erfahren Besucher des Museums, wie Bergbauern vor hundert Jahren lebten.
Erläuterungen:
Zentrales Prinzip des LEADER-Programmes der Europäischen Union ist der so genannte „bottom-up“ Ansatz. Damit ist gemeint, dass Entwicklungsmaßahmen in einer Region nicht aus Berlin oder Brüssel vorgegeben werden. Stattdessen werden Entscheidungen direkt vor Ort getroffen, denn hier kennt man Probleme und Potentiale der Region besser. Dieses Prinzip wird u.a. in den Entscheidungsgremien der LEADER-Aktionsgruppen verfolgt, in denen laut EU-Vorgaben nicht nur politische Vertreter, sondern auch so genannte Wirtschafts- und Sozialpartner (also Vertreter aus Vereinen und Verbänden oder Privatpersonen) vertreten sind.
Altusried, 10.06.2010
Dr. Sabine Weizenegger
Regionalentwicklung Oberallgäu e.V.
Rathausplatz 1 • D-87452 Altusried
Tel. +49/8373/29914 • Fax +49/8373/29911
www.regionalentwicklung-oberallgaeu.de
Erstellt am 15.06.2010 08:35 Uhr in News mit keinem Kommentar
Schlagworte Kneippwoche, Naturheilverfahren, Oberstdorf, Oberstdorfer Kneippwoche, Sebastian Kneipp
Kneippwoche in Oberstdorf vom 20. Juni bis 25. Juni 2010
„Alles, was wir brauchen, um gesund zu bleiben, hat uns die Natur reichlich geschenkt“, so die Philosophie von Sebastian Kneipp. Der Begründer einer ganzheitlichen Lebensweise und komplexen Naturheilverfahren erkannte schon früh, dass man nicht viel benötigt, um fit und gesund zu bleiben. Dies können Teilnehmer der Oberstdorfer Kneippwoche gleich selbst ausprobieren. Der Kneippverein Oberstdorf bietet vom 20. bis zum 15. Juni 2010 ein buntes Programm zum mitmachen und ausprobieren. Gäste und Oberstdorfer Einwohner sind herzlich eingeladen, sich näher mit den Lehren von Sebastian Kneipp auseinanderzusetzen und gezielt ihre Gesundheit zu fördern. Neben aktiven Elementen stehen Vorträge sowie hilfreiche Tipps und Tricks für ein natürliches, gesundes Leben auf dem Programm. „Hallo-Wach-Gymnastik“ mit Tautreten und Begehung des Barfußparcours, „Wecken der Lebensgeister“ mit Qigong-Übungen, geistige und körperliche Energie durch Hatha-Joga erwartet die Teilnehmer ebenso wie die Prävention von Wirbelsäulenbeschwerden durch Nordic Walking. Alle Veranstaltungen der Kneippwoche sind für Oberstdorfer Gäste mit Allgäu-Walser-Card und Oberstdorfer Einwohner gratis.
Informationen zum Programmablauf gibt es im Internet unter www.oberstdorf.de/kneippwoche
Erstellt am 15.06.2010 08:27 Uhr in Bilder mit keinem Kommentar
Schlagworte Alt-Trauchburg, Isny, Ostersonntag, Rainy Roese, Weitnau
Ausflug am verregneten Ostersonntag zur Alt-Trauchburg in Weitnau (bei Isny)
Fotos: Rainy Roese
Erstellt am 15.06.2010 08:13 Uhr in News mit keinem Kommentar
Schlagworte Homepage, Oberstdorf, Web 2.0
Frischer, übersichtlicher und kompakter präsentiert sich die neue Homepage von www.oberstdorf.de. Die informativen Inhalte sowie die Navigationsbegriffe bleiben natürlich erhalten – einzig das Erscheinungsbild wurde überarbeitet.
Nachdem das Design der Oberstdorf-Homepage nun schon wieder über ein Jahr alt ist, wurde es Zeit für eine Generalüberholung. Das neue Gesicht von www.oberstdorf.de präsentiert sich kompakter, frischer und übersichtlicher. Der Besucher der Homepage findet schon auf der Startseite die aktuellsten Informationen vor, ohne sich zuerst über die Navigationsleiste die entsprechenden Inhalte suchen zu müssen. Außerdem wird die Buchung vereinfacht. Die Gastgebersuche, die sich vorher im Bereich Gastgeber befand, ist nun prominent im oberen Drittel der Startseite eingebunden. So können die Gäste sofort eine entsprechende Unterkunft finden.
Auf der Startseite befinden sich ebenfalls die drei neuesten Meldungen aus den Bereichen Skifahren, Wandern, Erholung, Erlebnis, Natur, Dorf und Urlaub. So kann sich der Nutzer auf einen Blick über Oberstdorf informieren.
Zusätzlich zu den bewährten Navigationsbegriffen Skifahren, Wandern, Erholung, Erlebnis, Natur, Dorf und Urlaub gibt es nun noch einen neuen Punkt: den Blog. Hier finden die Besucher die neuesten Erlebnisse der Tourismus Oberstdorf-Mitarbeiter, die neuesten Einträge auf Facebook und Twitter, Fotowettbewerbe der Gäste und vieles mehr. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, RSS-Feeds zu abonnieren, die den Besucher dann sofort informieren, wenn sich etwas auf www.oberstdorf.de bewegt.

Erstellt am 15.06.2010 07:33 Uhr in Hotels und Gastronomie mit keinem Kommentar
Schlagworte Allgäu, Allgäuer Bundes, B16, Fischhaus, Fischweiher, Füssen, Peter von Schaumburg, Roßhaupten, Ulrichskapelle

Foto: Rainy Roese
Mancher Autofahrer der auf der B16 nach Süden eilt, bemerkt kurz vor Roßhaupten linker Hand ein interessantes Ensemble: Ein stattliches Gebäude und links daneben eine Kapelle (dahinter ein großer Schuppen). Ein Haus oder ein Bauernhof mit Kapelle, das ist nichts ungewöhnliches im Allgäu – ungewöhnlich ist jedoch, daß ein Steg das Haus mit der Kapelle verbindet. Aber das ist noch nicht alles, denn wer sich hinüber begibt zur Kapelle findet eine Tafel, auf der folgende steht:
Fischhaus
(einst Insel im See)
der hochstiftischen Fischmeister,
erwähnt 1650 und 1763
1848 Dr. Geis. 1914 Geschlecht Linder.
Ulrichskapelle erwähnt 1594
neu erbaut um 1750 umgebaut 1855.
Eine ehemalige Insel? Ja, ein aufmerksamer Beobachter erkennt die Erhebung auf der die Gebäude stehen, die von einer umfangreichen Vertiefung, dem einstigen Gewässer, um geben ist. Ein Bach durchquert die Vertiefung, wohl der Zulauf des ehemaligen Sees oder Fischweihers. Um es vorauszuschicken, die Insel und der Fischhausweiher gehörten einst den Fürstbischöfen von Augsburg. Nach der Säkularisation 1803 kam alles zum Königreich Bayern. Der Fischweiher wurde 1804 aufgegeben, um landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen. Ob der letzte Fischmeister, der 1803 seinen Job verloren hatte, vor lauter Frust, den Stöpsel rauszog?
Etwa um 1450 ließ Peter von Schaumburg, der Fürstbischof von Augsburg, auf der kleinen Insel im Fischhausweiher ein Haus errichten. Dort wohnte sein Fischmeister, der das Fischgut verwaltete. Während des Bauernkrieges kam es 1523 zur Gründung des ‘Allgäuer Bundes’ unter Jörg Knopf aus Leubas. Die rebellierenden Bauern holten sich die Fische aus dem Teich. Nach der Niederschlagung des Bauernaufstandes zog wieder ein Fischmeister in das Fischhaus ein.
Die Kapelle, dem hl. Ulrich geweiht, wurde 1594 erstmalig erwähnt. Dr. Benedikt Geis erwarb das Anwesen 1855 und ließ die Kapelle im neugotischen Stil mit Ziegelsteinen überbauen. Über den Steg erreicht man die Empore und zwei Räume, in denen nach dem 2. Weltkrieg Flüchtlinge untergebracht waren. Der letzte fürstbischöfliche Fischmeister soll übrigens unter der großen Steinplatte des Kapelleneingangs bestattet worden sein.
Im Sommer residierten die Fürstbischöfe von Augsburg im nahe gelegenen Füssen im Hohen Haus. Von dort aus unternahmen sie Jagdausflüge in die Umgebung. Auch der Fischfang war beliebt. Während der Fastenzeit und dem fleischlosen Freitag war Fisch hoch willkommen. Vermutlich diente die Insel im Fischhausweiher mit dem Fischhaus den Fürstbischöfen als Kulisse für rauschende Feste, wie das von anderen Orten bekannt ist. Um Geld für diese teuren Feten einzutreiben unternahmen die Kirchenfürsten ‘Umritte’, von denen in Roßhaupten einige bekannt sind. Da werden sich die Untertanen gefreut haben, wenn sie von ihrem Herrn geschröpft wurden Heute greifen unsere Oberen zu subtileren Mitteln: Otto Normalverbraucher bekommt als Arbeitnehmer schon eine Menge Steuern abgeknüpft, bevor er auch nur einen Euro erhält!
Beitrag von Peter M. Roese
Peter M. Roese wurde 1944 in Erlangen geboren und lebte einige Jahre in Kaufbeuren.