Erstellt am 31.08.2009 23:02 Uhr in Städte mit keinem Kommentar
Schlagworte Ahnenplastiken, Alte Pfarr, Automobilmuseum, Bauernhaus-Freilichtmuseum, Caspar de Crayer, Ecktürme, Festspiele Baden-Württemberg, Fischerhaus, Fürsten zu Waldburg-Wolfegg, Johann Georg Fischer, Loretokapelle, Luftkurort, Moränenhügel, Oberschwaben, Renaissanceschloß, Säkularisation, Sennstadel, St. Katharina, Stiftskirche, Wessobrunner, Westallgäu, Wolfegg, Wolfegger Achtal, Wolfegger Konzerte
| Die Daten von Wolfegg: |
| Bundesland: |
Baden-Württemberg |
| Höhe: |
672m ü. NN |
| Fläche: |
39,49km² |
| Regierungsbezirk: |
Tübingen |
| Landkreis: |
Ravensburg |
| Postleitzahl: |
88364 |
| Vorwahl: |
07527 |
| Kfz-Kennzeichen: |
RV |
| Internetseite: |
www.wolfegg.de |
Achthundert Jahre ist er alt, der Luftkurort Wolfegg, und er hat einiges zu bieten, alt und neu. An prominenter Stelle steht das vierflügelige Renaissanceschloss mit den Ecktürmen aus dem 16./17. Jahrh., das noch heute von den Fürsten zu Waldburg-Wolfegg und Waldsee bewohnt wird. Das Schloss wurde auf dem Gelände einer ehemaligen Burg erbaut. Im barocken Rittersaal (17./18. Jahrh.) stehen die monumentalen Ahnenplastiken aus Holz. Ende Juni finden dort die Internationalen Wolfegger Konzerte statt. Im September folgen die Internationalen Festspiele Baden-Württemberg. Der bekannte Motorjournalist Fritz W. Busch hat im Sennstadel des Schlosses ein sehenswertes Automobilmuseum mit über einhundert Oldtimern eingerichtet. Zu Füßen des Schlossberges liegt das Bauernhaus-Freilichtmuseum. Dort haben verschiedene alte Häuser aus Oberschwaben und dem Westallgäu eine neue Heimat gefunden. Alte Techniken werden dort vorgeführt. Es gibt auch ein Museumswirtshaus, das sogenannte ‘Fischerhaus‘. Sehenswert ist auch die ‘Alte Pfarr‘, die bereits 861 erwähnte romanische Kirche. Sie entging im 18. Jahrh. nicht der Säkularisation und musste lange Zeit als Stall herhalten. Vor einigen Jahren hat man sie sorgfältig restauriert und nun finden verschiedene Veranstaltungen dort statt. Die ehemalige fürstliche Stiftskirche und heutige Pfarrkirche St. Katharina ist innen reich ausgestattet. Erbaut hat sie Johann Georg Fischer zwischen 1733 und 1742. Die Stuckarbeiten führte der Wessobrunner Meister Johann Schütz durch. Einige Bilder stammen von Caspar de Crayer, einem Rubensschüler. Einen herrlichen Ausblick auf die Alpen hat man von der auf einem Moränenhügel am Ortsrand an der Straße nach Rötenbach stehenden Loretokapelle (1668). Empfehlenswert sind auch Wanderungen ins Naturschutzgebiet Wolfegger Achtal.
Erstellt am 25.08.2009 09:33 Uhr in Bücher mit keinem Kommentar
Schlagworte Allgäu, Allgäu Sixties, Bärensee, beauty sleep, Kaserne, Kaufbeuren, Liebesgrund, Manuskript, Peter M. Roese, Schwabe
Peter M.Roese und sein Manuskript “Allgäu Sixties”
Die turbulenten 60er Jahre in Kaufbeuren, Teil 5
So, jetzt erfährt der Leser wie das mit dem turbulenten Sonntagmorgen in der Kaserne ausging. Es beginnt mit der Aussage des GvD …
“I hens dem Uffz gsagt, daß er ruhig sei soll”, beteuert der schwitzende kleine, dicke Schwabe angstschlotternd, “aber der het ja net auf mi ghört, des müsset ihr mit glaube.”
Die Anwesenden zeigen tatsächlich vollstes Verständnis, denn einem Gefreiten, zumal einem Wehrpflichtigen kurz vor dem Abgang, nimmt man unbesehen ab, daß er nicht dienstgeil ist. Dem würde es auch niemals im Traum einfallen müde Krieger, die ihren ‘beauty sleep’ dringend benötigen, am Wochenende frühzeitig oder überhaupt zu wecken.
“Gefreiter Häberle nehmen Sie sich einen Stuhl und postieren Sie sich vor dem UvD-Zimmer”, empfiehlt der Oberfeldwebel. “Schließlich ist Dienst, Dienst und Schnaps, Schnaps.”
Da fängt Rossner unvermittelt zu lachen an. Die Umstehenden blicken ihn erstaunt an. “Ja, ja, unser dienstgeiler UvD … Da muß ich an den Typen von der Marine denken, der mir in Bremen die Geschichte von einem UvD erzählte.” Er hält inne. “Oder heißt das bei denen Maat vom Dienst? Na ja, egal, auf seinem Kahn weckte er die Kameraden jedenfalls mit folgendem Spruch: ‘Kommt hoch, kommt hoch, ihr müden Leiber, die Pier steht voller nackter Weiber.’ Da soll ein Witzbold lautstark geantwortet haben: ‘Der UvD der hat gelogen, die Weiber sind doch angezogen!’ Ja, so oder ähnlich war das.”
Da ist das Gelächter groß … Nach einer Weile gehen Sie auseinander …
Rossner kehrt zurück in seine Stube und macht sich ans Frühstück …
Während er die geräucherten Würste akribisch in dünne Scheibchen schneidet und auf das Butterbrot legt, sagt er halblaut vor sich hin: “Ich kann mir eigentlich Zeit lassen, wir treffen uns ja erst um Zwei heute Nachmittag am Mäuerchen, an der Kreuzung gegenüber dem Ringcafé. Mal sehen was wir unternehmen. Vielleicht könnte man zum Bärensee wandern.”
Der Bärensee … Ein Lächeln huscht über sein Gesicht. Der Bärensee mit den ihn umgebenden Wäldern und Buschgruppen ist nicht nur ein beliebtes Badeziel, sondern hat sich im Laufe der Jahrzehnte auch zu einer Art Spielwiese für Liebespärchen entwickelt.Man könnte dieses herrliche Fleckchen Erde mit Fug und Recht ‘Liebesgrund’ taufen. Möglicherweise hatte die Stadt die rasante Bevölkerungszunahme nicht nur den Flüchtlingen zu verdanken, sondern auch den Aktivitäten der Soldaten im ‘Liebesgrund’? Das wäre doch mal ein lohnendes Thema für Heimatforscher, ja eventuell auch für Ethnologen und Anthropologen. Ja, man könnte sich sogar eine Doktorarbeit darüber vorstellen. Hier ein Vorschlag für den Titel: ‘Der stimulierende Einfluß der der Biosphäre ‘Liebesgrund’ auf die Höhe der Population in benachbarten Gemeinden.’ Rossner lacht in sich hinein …
Was geschieht denn da am Bärensee? Mehr darüber bald …
Beitrag von Peter M. Roese
(Fortsetzung folgt ….)
Allgäu Sixties Teil 1
Allgäu Sixties Teil 2
Allgäu Sixties Teil 3
Allgäu Sixties Teil 4
Allgäu Sixties Teil 6
Allgäu Sixties Teil 7
Erstellt am 21.08.2009 13:37 Uhr in Städte mit keinem Kommentar
Schlagworte Ferdinand Maria, Hauptstützpunkt, Herzog Maximilian Philipp, Johann Schmuzer, Ludwig Aurbacher, Mariä Himmelfahrt, Schwabenegg, Türkheim
| Die Daten von Türkheim: |
| Bundesland: |
Bayern |
| Höhe: |
598m ü. NN |
| Fläche: |
23,52km² |
| Regierungsbezirk: |
Schwaben |
| Landkreis: |
Unterallgäu |
| Postleitzahl: |
86842 |
| Vorwahl: |
08245 |
| Kfz-Kennzeichen: |
MN |
| Internetseite: |
www.tuerkheim.de |
Woher der Name wohl kommt? Vielleicht hat man zur Zeit der Türkenkriege einige türkische Kriegsgefangene dort angesiedekt? Aber bitte, das ist reine Spekulation! Fakt ist jedenfalls, daß Türkheim (seit 1702 Markt) ab dem Jahre 1371 Hauptstützpunkt der wohlbekannten bayerischen Herrschaft Schwabenegg war. Herzog Maximilian Philipp, der Bruder des Kurfürsten Ferdinand Maria, errichte ab 1662 für lange Jahre seine Residenz in Türkheim. Um eine repräsentative Bleibe zu haben ließ der rührige Herzog das alte Schloß umbauen und erneuern. Dabei vergaß er gnädigerweise nicht auch den Markt Türkheim zu verschönern. Heute dient das Schloß als Rathaus. Außerdem beherbergt es das sehenswerte heimatkundliche ‘Sieben-Schwaben-Museum‘. Unter den Exponaten befinden sich auch Erinnerungsstücke von dem Dichter Ludwig Aurbacher (1784-1847). Die spätgotische Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt aus dem 14./15. Jahrh. ist ebenfalls sehenswert. Sie wurde übrigens 1678 von dem seinerzeit bekannten Baumeister Johann Schmuzer barockisiert.
Erstellt am 12.08.2009 15:51 Uhr in Bücher mit keinem Kommentar
Schlagworte Allgäu, Allgäu Sixties, Kaserne
Peter M. Roese und sein Manuskript “Allgäu Sixties”
Die turbulenten 60er Jahre in Kaufbeuren, Teil 4
Nun kommt eine nette Episode aus dem Kasernenalltag … nein, von einem Sonntagmorgen …
Rossner schreckt hoch. Der schrille Klang einer Trillerpfeife zerreißt urplötzlich die morgentliche Stille. Anschließend schallt eine sonore Stimme durch die Flure: “Staaaaffel aaaaufstehen!” ertönt es. Ja, was ist denn daaas? Sind etwa die Riussen im Anmarsch? Rossner eilt zur Türe und reißt sie auf. Und wieder ertönt dieses penetrante Trillern der Pfeife, gefolgt von dem Ruf: “Staaaaffel aaaufstehen!” Der Verursacher des Krawalls steht in makelloser Uniform und glänzenden Knobelbechern, pardon, Kampfstiefeln, breitbeinig, die Hände in die Hüften gestemmt, auf dem Flur. Es ist der schneidige Supersoldat, der ehemalige Angehörige des Heeeres, der erst kürzlich bei Ihnen eintrudelte. Gerade setzt er an um offensichtlich nochmals zu trillern und zu rufen. Bevor er jedoch dazu kommt bleibt ihm das Wort im Hals stecken, und die Trillerpfeife entgleitet vor Schreck seiner kraftlosen Hand, denn er sieht sich unvermittelt von einem halben Dutzend halbbekleideter mordlüstig dreinblickender Männer umringt, die Anstalten machen ihn zu lynchen. Ein unverheirateter Oberfeldwebel der in der Kaserne wohnt packt den Ruhestörer unsanft am Kragen und befördert ihn ins UvD-Zimmer.
Mit der Drohung: “Laß’ dich bloß nicht mehr blicken, du Blödmann, sonst gibt’s gewaltigen Ärger”, schließt er die Türe hinter ihm zu.
“Jawohl, sperr’s Pfeiferl ei”, kräht der blonde Stuffz aus München. Er ist ausnahmsweise am Wochenende hier, weil er Zoff mit seiner Braut hat. Ja, ja, da wird der Fliegerhorst ein Hort des sicheren Asyls.
“Das ist doch dieser Supermilitär”, äußert sich ein anderer, “der sich vom Heer zu uns hat versetzen lassen, weil ihm die Luftwaffenuniform besser gefällt.”
“Also, ob das den Tatsachen entspricht …?” zweifelt wiederum ein anderer der Anwesenden.
Da taucht der GvD auf. Das ist der Gefreite vom Dienst, sozusagen der Adjudant des UvD. Er gehört zu den alten Hasen der Einheit und steht kurz vor der Rückkehr ins Zivilleben. Sicherheitshalber hatte er sich auf die Toilette verdrückt, nachdem er den UvD vergeblich händeringend darum bat, von dem unziemlichen frühmorgentlichen Weckruf abzusehen. Er schaut lustg aus, der GvD, mit dem Stahlhelm, der auf seinem dicken, runden Klößer thront.
So, jetzt reicht es erst einmal für den Moment. Aber keine Sorge, der interessierte Leser erfährt in der Fortsetzung was weiter passiert. Danach geht es aber dann tatsächlich in zivile Gefilde …
Beitrag von Peter M. Roese
(Fortsetzung folgt …)
Allgäu Sixties Teil 1
Allgäu Sixties Teil 2
Allgäu Sixties Teil 3
Allgäu Sixties Teil 5
Allgäu Sixties Teil 6
Allgäu Sixties Teil 7
Erstellt am 10.08.2009 09:09 Uhr in Bücher mit keinem Kommentar
Schlagworte Allgäu, Allgäu Sixties, Fliegerhorst, Kaufbeuren, Manuskript, Peter M. Roese
Peter M. Roese und sein Manuskript “Allgäu Sixties”
Die turbulenten 60er Jahre in Kaufbeuren, Teil 3
Verweilen wir noch etwas auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren, diesem erstaunlichen (militärischen) Fleckchen Erde …
Rossner streckt sich, atmet tief durch und füllt seine Lungen mit dem balsamischen Lebenselexier. Es ist ein Bild des Friedens, das sich dem Betrachter darbietet … Ein Bild des Friedens? In einer Bundeswehrkaserne? Oh Wunder! Aber es ist tatsächlich so! Das Gebäude aus dem Rossner auf das friedliche Bild blickt, steht, wie gesagt, auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren Mit der Bezeichnung Fliegerhorst, Abkürzung FlgH, hatten die sonst wirlikch nicht zu poetischen Ergüssen neigenden Militärs das richtige Wort getroffen, denn wie ein Adlerhorst thront die Kaserne mit der Start- und Landebahn über dem heimeligen alten Städtchen zu seinen Füßen.Von der Rollbahn des Militärflughafens kann man sich mit etwas Phantasie wie mit den Schwingen eines Adlers in die Lüfte erheben. Und was erblickt das Adlerauge vor sich? Da liegt das atemberaubende Panorama der Alpen – schönes Wetter natürlich vorausgesetzt. Rechter und linker Hand erstrecken sich die sanften Hügel des Voralpenlandes. Zweifellos verdient diese militärische Einrichtung das Prädikat ’schönster Fliegerhorst der Bundesrepublik’.
Im Gegensatz zu vielen anderen Etablissements dieser Art, die weitab von jeglicher Zivilisation liegen, gelangt der tatendurstige Krieger vom hiesigen Fliegerhorst über den steilen Obergefreitenschnellweg binnen weniger Minuten hinab in die Stadt. Der Rückweg mag sich allerdings, vor allem in der Dunkelheit, für einen nicht mehr nüchteren Kameraden schwierig gestalten, da ist schon mancher auf allen Vieren raufgekrabbelt. Wenn der Druck auf die Blase unterwegs zu stark wurde, konnte man in die Büsche bieseln, von denen herrscht hier kein Mangel.
Das nächste Mal kommt noch ein wenig über das Militär, bevor wir uns zivilen Gefilden zuwenden …
Beitrag von Peter M. Roese
(Fortsetzun folgt …)
Allgäu Sixties Teil 1
Allgäu Sixties Teil 2
Allgäu Sixties Teil 4
Allgäu Sixties Teil 5
Allgäu Sixties Teil 6
Allgäu Sixties Teil 7