Manuskript “Allgäu Sixties” Teil 2

Peter M. RoesePeter M. Roese und sein Manuskript “Allgäu Sixties”

Die turbulenten 60er Jahre in Kaufbeuren, Teil II

“Allgäu Sixties” heißt die Story, welche die Erlebnisse des Protagonisten Rossner am Fliegerhorst Kaufbeuren beschreibt. Aber keine Angst, es geht hier nicht nur um militärische Dinge, das ist sozusagen nur der Rahmen. Gefüllt wird er von Impressionen über Kaufbeuren und das Allgäu, denn wie gesagt, Rossner findet schnell ‘zivilen’ Anschluß. Hier einige Auszüge aus dem Manuskript. Die Handlung spielt im Jahr 1967 …

Es ist ein strahlender Sonntagmorgen im Frühsommer, kurz vor sieben Uhr. Zwei Doppelstockbetten stehen in der Stube, von denen nur das vorderste unten belegt ist. Dort ruht sanft vor sich hinschnarchend eine Gestalt in Morpheus Armen, und betreibt Matratzenhorchdienst. Auf einmal ertönt ein gedämpftes, angenehmes Brummen: “Sssmmmm … sssmmmm … sssmmmm …” Dann bricht das Geräusch ab und es herrscht wieder Ruhe. Rossner öffnet verwundert die Augen. Ja, was ist denn das? Direkt vor seiner Nase krabbelt eine dicke Hummel auf der weiß-blau karierten Bettdecke. Himmel! Hat diese Hummel erwa den stoppelbärtigen, zerknitterten Vaterlandsverteidiger mit einer bunten Blume verwechselt? Das kann doch wohl nicht sein! Fasziniert betrachtet Rossner das possierliche, pelzige Insekt, wie es sich hingebungsvoll putzt. Vorsichtig lüftet er die Bettdecke und schält sich aus seinem Nachtlager. An sich ist der notorische Langschläfer der Hummel nicht einmal böse für die Störung, denn gerade im Frühjahr und Sommer hat er es schon öfters bedauert, daß er an freien Tagen bis in die Puppen schläft, anstatt sich einen Sonnenaufgang anzusehen oder zumindest die morgendliche Stimmung und die frische, erquickende Luft zu genießen. Er begibt sich gähnend und streckend zum Fenster. Dabei fällt sein Blick auf die Gardinenstange, wo gut ein Dutzend geräucherter Bauernseufzer hängen. Bauernseufzer? Wir befinden uns doch nicht in der Zeit der Bauernkriege, wo man die unterlegenen Bauern reihenweise umgebracht hat? Da seufzten nicht wenige …
“Die guten geräucherten Würste, diese Spezialität aus der fränkischen Heimat”, murmelt Rossner verzückt bei dem Anblick. Aha, das ist die Erklärung!
Dann beugt er sich aus dem geöffneten Fenster und schaut auf den saftig grünen Rasen. unter den hohen, schattenspendenden Bäumen. Vereinzelte Sonnenstrahlen stehlen sich durch das dichte Laubdach und zaubern geheimnisvolle Muster auf den grünen Teppich. Kein Lüftchen regt sich im Moment und hier im Schatten ist es noch recht frisch. Die sonntägliche Stille wird nur durch gelegentliches Vogelgezwitscher unterbrochen.

So also beginnt das Manuskript “Allgäu Sixties”. Befinden wir uns etwa in der Sommerfrische? Man sollte es kaum glauben, aber so friedlich ging es an den meisten Wochenenden auf dem Fliegerhorst zu!

Beitrag von Peter M. Roese

(Fortsetzung folgt …)

Allgäu Sixties Teil 1

Allgäu Sixties Teil 3

Allgäu Sixties Teil 4

Allgäu Sixties Teil 5

Allgäu Sixties Teil 6

Allgäu Sixties Teil 7

Manuskript “Allgäu Sixties” Teil 1

Peter M. RoesePeter M. Roese und sein Manuskript “Allgäu Sixties”

Die turbulenten 60er Jahre in Kaufbeuren, Teil I


Die Beatles, die Stones, der Minirock, die Pille, die Emanzipation der Frau, die freie Liebe, der Vietnamkrieg, der Schah und seine Farah Diba, Studentenrevolten … das sind einige der Schlagworte aus jenen Jahren, die als die “60er” in die Geschichte eingingen. Mit der Aufarbeitung dieser turbulenten Zeit beschäftigen sich fast ausschließlich Intellektuelle, die heute als Lehrer, Rechtsanwälte, Manager, Ärzte usw. tätig sind. Die Masse der jungen Leute von damals kommt jedoch kaum zu Wort. Das soll sich mit “Allgäu Sixties” ändern, denn in dieser Gruppe befanden sich viele die gegen Eltern, Lehrer und Lehrherren aufmuckten, denn nicht nur unter den Talaren der Uniprofessoren war der Mief von Tausend Jahren …

Wie sah es da in den 60ern in Kaufbeuren aus? Da gab es eine Gruppe junger Leute, Schüler, Lehrlinge, Bundeswehr’ler usw. Die hatten sich lose zusammengeschlossen und nannten sich BHIGMIPS, nach den Initialen der Gründerinnen und Gründer. Eine Rock-Band hatten sie auch noch, die ‘Caddy Group’! Das war der Traum aller jungen Leute – vor allem der Mädels! Übrigens, einige der damals Beteiligten treffen sich auch heute noch hin und wieder …

Ein betagtes Gartenhaus in Kaufbeuren, genauer gesagt im Stadtteil Neugablonz, spielt eine zentrale Rolle, denn hier wurde schon manche Idee geboren. Hier wurden die alten Geschichten aus den unergründlichen Tiefen des Gedächtnisses hervorgekramt, um wieder und wieder rezitiert zu werden. So blieben sie gut im Gedächtnis haften.
Diese Gedächtnisübungen mit dem saloppen amerikanischen Spruch von dem ‘think tank’, wo die ‘eggheads’ ‘brain storming’ betreiben, zu vergleichen, wäre vielleicht etwas weit hergeholt … aber trotzdem! davon abgesehen, in diesem Gartenhaus fanden vielleicht Feten statt! Halten sich sagen wir mal sieben, acht Leute innen drin auf, meint man es wäre bereits voll. Aber weit gefehlt! Da stieg vor Jahren jene unvergessliche Party, zu der fünfzig Leute erschienen. Es war zwar kühl draußen, aber drinnen legten die Gäste unnötige Kleidungsstücke ab, so heiß war es. Einige Teilnehmer saßen sogar in den Rahmen der geöffneten oder ausgehängten Fenster, denn sonst hätten sie keinen Platz gefunden.

Zahlreiche weitere Anekdoten ranken sich um dieses Gartenhaus. Greifen wir nur eine davon heraus: Bei einem der späteren Besuche in den 90er Jahren wollten die Kinder unbedingt mit mir einmal im Gartenhaus übernachten. Ich erklärte mich bereit, den Spaß mitzumachen. Wie es in dem dem Alter der Kids, so zwischen 8 und zwölf Jahren nun einmal üblich ist, rüsteten sie sich mit Taschenlampen, Knüppeln und Messern usw. aus. Es könnten ja ein Einbrecher auftauchen oder ein Überfall stattfinden! Jedenfalls war es eine Gaudi und erst weit nach Mitternacht warf der letzte Rabauke das Handtuch. Am nächsten Morgen erschien die Schwägerin völlig aufgelöst bei den Freunden. Höchst aufgeregt verkündete sie, im Gartenhaus würden Penner nächtigen! Da war das Gelächter groß! Die gute Frau konnte schnell aufgeklärt werden.

Beitrag von Peter M. Roese

(Fortsetzung folgt …)

Allgäu Sixties Teil 2

Allgäu Sixties Teil 3

Allgäu Sixties Teil 4

Allgäu Sixties Teil 5

Allgäu Sixties Teil 6

Allgäu Sixties Teil 7

Lindenberg

Die Daten von Lindenberg:
Bundesland: Bayern
Höhe: 764m ü. NN
Fläche: 11,85km²
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Lindau, Bodensee
Postleitzahl: 88161
Vorwahl: 08381
Kfz-Kennzeichen: LI
Internetseite: www.lindenberg.de

Der Höhenluftkurort Lindenberg wurde bereits 857 als Besitz des schweizer Klosters St. Gallen erwähnt. An die Habsburger kam der Ort 1523. Im 18. Jahrhundert mauserte sich Lindenberg zu einem bedeutenden Zentrum der Hutindustrie. Das Know-How für die Herstellung von Strohhüten kam ursprünglich aus Italien. Schließlich gab es 1885 in dem Ort 23 Hutfabriken. Ein Hutmuseum erinnert an die Blütezeit dieser Industrie. Dort befinden sich Arbeitsplätze der ‘Huterer‘ mit allen notwendigen Gerätschaften (etwa um 1900). Die Hüte aus Weizenstroh, die man seinerzeit für die Kaiserliche Marine herstellte, nahmen ihren Weg um die ganze Welt.
Ach ja, dann gibt es noch eine große Käsefabrik, mittlerweile der prominenteste Arbeitgeber Lindenbergs.
Übrigens verfügte Lindenberg 1893 schon vor der Landeshauptstadt München über elektrische Straßenbeleuchtung! Die Neubarocke Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul beherrscht das Ortsbild. Die 1764-1796 errichtete Aureliuskirche steht auf mittelalterlicher Basis.

Bad Wurzach

Die Daten von Bad Wurzach:
Bundesland: Baden-Württemberg
Höhe: 654m ü. NN
Fläche: 182,26km²
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Ravensburg
Postleitzahl: 88410
Vorwahl: 07564
Kfz-Kennzeichen: RV
Internetseite: www.bad-wurzach.de

Bad Wurzach mit dem Flair eines Residenzstädtchens, das bereits 1362 die Stadtrechte erhielt, hat sich im Laufe der Jahre zu einem bekannten Moorheilbad entwickelt. Kein Wunder, denn das Wurzacher Ried, ein Hochmoor das zudem noch intakt ist, erstreckt sich über sage und schreibe 14 Quadratkilometer! Der Aufstieg zum Kurbad begann damit, daß im Kloster Mariengarten die Armen Schwestern anfingen kranke Mitschwestern mit Moorpackungen zu heilen. Im Jahr 1935 kam die offizielle Erlaubnis. Das an der Marktstraße stehende dreiflügelige Residenzschloß (1723-1728 erbaut) der Grafen, ab 1803 Fürsten von Waldburg-Zeil-Wurzach, besitzt ein sehenswertes, repräsentatives barockes Treppenhaus mit Deckenfresko. Wurzach war von 1675-1903 Residenz dieser adeligen Familie. Weiterhin wären an Sehenswürdigkeiten zu nennen: Die Hauskapelle des Klosters Maria Rosengarten im Rokokostil, die Stadtpfarrkirche St. Verena (1775-1777 erbaut) und die barocke Wallfahrtskirche Gottesberg. Ein besonderes Kleinod stellt das Siechen- oder Leprosenhaus aus dem 13. Jahrh. dar. Es enthält die Galerie des ‘Moormalers’ Sepp Mahler.

Oberstaufen

Die Daten von Oberstaufen:
Bundesland: Bayern
Höhe: 791m ü. NN
Fläche: 125,84km²
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Postleitzahl: 87534
Vorwahl: 08386
Kfz-Kennzeichen: OA
Internetseite: www.oberstaufen.de

Die Metamorphose, die aus dem Jahr 868 erstmals genannten schlichten Dorf ein Bad mit hunderten von gastronomischen Betrieben machte, ist sicher nicht nach jedermanns Geschmack. Ist es da ein Wunder, daß kaum noch dörfliche Relikte zu finden sind? Oberstaufen erhielt 1453 Marktrecht, war bis 1564 im Besitz der Grafen von Montfort, anschließend der von Königsegg. Im Jahre 1804 kam Oberstaufen zu Österreich, 1806 zu Bayern. Die im neugotischen Stil erbaute Stadtkirche St. Peter und Paul, die 1858-1862 errichtet wurde, besitzt eine beeindruckende Kreuzigungsgruppe aus der Frührenaissance. Die Kirche St. Bartolomäus in Zell und die spätgotische Johanniskirche in Thalkirchdorf sind ebenfalls sehenswert. Es gibt auch ein Heimatmuseum (’Beim Strumpfar‘) und ein Bauernhausmuseum. Das Anwendungsangebot des Kurortes umfaßt Kneipp-, Schroth- und andere Kuren. Hinzu kommen Fitnessprogramme, die ärztlich überwacht werden. Außerdem ist Oberstaufen auch noch ein bedeutender Wintersportort.

Allgäu Impressionen Juni 2009, Teil 2

Allgäu Impressionen Pfronten-Berg /Oberer Wirt Juni 2009